Kreuzen oder Lavieren nennt man die Bewegung eines Schiffs auf einen gegebenen Punkt zu, wenn der Wind ungünstig ist. Ein Swic kann seine Segel nur so stellen, daß es auf 6 Strich vom Winde liegt, d. h. es kann nicht mehr direkt auf sein Ziel lossegeln, wenn der Wind einen kleinern Winkel als 6 Strich oder 67½ Grad mit dem richtigen Kurse bildet (die Kompaßrose ist in 32 Striche oder 360 Grad geteilt). Ist dieser Winkel kleiner, so muß sich das Schiff unter Zeitverlust in Zickzacklinie seinem Ziele zu nähern suchen, indem es bald nach der einen, bald nach der andern Seite dicht am Winde steuert. Man rechnet, daß ein Schiff mit segelbarem Winde zum Aufkreuzen nach einem Punkte dreimal soviel Weg zurücklegen muß als mit günstigem Winde.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 604Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei