Kreuzer, eine deutsche Scheidemünze, welche ihren Namen (im Mittellateinischen Crosatus, Cruciatus, Crucifer, am häufigsten Cruciger) von dem Kreuze erhalten hat, welches ursprünglich das Gepräge zeigte. In Tirol wurden K. schon im 13. Jahrh. hathen mie In der zweiten Hälfte des 15. Fahrh. hatten sie sich bereits über den größten Teil Deutschlands und der Schweiz verbreitet, und seit 1490 werden sie in den deutschen Münzedikten erwähnt. Anfänglich prägte man sie in geringhaltigem Silber, erst später in Kupfer aus. Sie wurden in allen den Ländern üblich, in denen die Guldenwährung bestand, und man teilte sie gewöhnlich in 4 Pf. oder 8 Heller, später hier und da abweichend (3, B. in Württemberg) in 6 Heller. Bis auf neuere Zeit herab rechnete man in Osterreich und in Süddeutschland den Gulden zu 60 K., den Reichsthaler zu 90 K. In Bezug auf den Wert des K. hat man jedoch die verschiedenen Guldenvaluten zu unterscheiden; 20 K. des Konventions⸗ oder 20-Guldenfußes entsprachen 24½ K. des 24½ Guldenfußes (oder der sog. Süddeutschen Währung) und 24 K. des frühern 24-Guldenfußes (oder der sog. Rheinischen Währung). Nach dem Münzvertrage vom 24. Juni 1857 behielten die süddeutschen Staaten die Einteilung der Gulden (nach dem 52½Guldenfuß, s. Gulden) in 60 K. bei und teilten den K. in 4 Pf. zu 2 Hellern. In Esterreich und Liechtenstein ward 1858 mit Einführung des 45-Guldenfußes der alte K. beseitigt, indem an dessen Stelle der Neukreuzer trat, der aber gemeinhin auch nur K. genannt wird. Dieser ist der hundertste Teil des österr. Guldens und die einzige Kreuzersorte, welche noch existiert. Der österr. Neukreuzer ist eine Kupfermünze; daneben prägt man in Kupfer auch Stücke zu 4, 1 und ½ Neukreuzer, sowie Stücke zu 20 und 10 Neukreuzer in Silberbillon kin einem 75-Guldenfuße) als Scheidemünze. Seit 1857 schlug man auch kupferne 3-Neukreuzerstücke; dieselben werden aber gegenwärtig nicht mehr geprägt und kommen im Verkehr nicht mehr vor. Die österr. Silberstücke zu 25 K. (Viertelgulden) sind Courantmünzen im 45-Guldenfuß. nettsordre vom 25. Nov. 1884 der Name für die bisherigen (Gedeckten Korvetten »; im J. 1885 besaß die deutsche Kriegsmarine 9 K., während nach eben dieser Kabinettsordre mit Kreuzerkorvette (von denen im J. 1885 die deutsche Kriegsmarine 11 besaß) die bisherigen 4Glattdeckskorvetten » be-AIAre werden. (Vgl. Korvette.) reuzeserfindung heißt in der kath. Kirche das Fest der Auffindung des Kreuzes Jesu. Dasselbe wurde ursprünglich am 14. Sept., jetzt am 3. Mai lin der griech. Kirche am 6. Mai) gefeiert. Um die Mitte des 4. Jahrh. kam unweit der Stätte, wo Kaiser Konstantin die Kirche des Heiligen Grabes erbaut hatte, auch das heilige Kreuz wieder zum Vorschein. Nach der einige Decennien jüngern Legende soll Helena, Konstantins Mutter, bei einer Wallfahrt nach Palästina jenes Kreuz auf wunderbare Weise entdeckt und ein Stück desselben mit nach Konstantinopel genommen haben. Die wesentlich gleichlautende syr. Sage nennt als Auffinderin des heiligen Kreuzes die fabelhafte Kaiserin Patronike oder Protonike, die angebliche Gemahlin des Kaisers Claudius. Vgl. Lipsius, Die edessenische Abgarsages (Braunschw. 1880). ardererobernnaunde heißt in der kath. Kirche die Wiedereroberung und Aufrichtung des von den Persern geraubten Kreuzholzes auf der Schädelstätte zu Jerusalem unter Kaiser Heraklius (628). Die griech. und kath. Kirche feiert diese Begebenheit 14. Sept.