FeedDrift
VerkehrBrockhaus 1882

Drift nennt man im Seewesen den Winkel, welchen das Kielwasser eines Schiffs mit seinem durch den Kompaß angezeigten Kurse bildet. Wenn ein Schiff mit günstigem Winde segelt, so hat es keine D., d. h. Kielwasser und Kompaßkurs fallen in eine Linie Wart die Liegt das Schiff jedoch beim Winde, d. h. kommt dieser schräg von vorn und ist so stark, daß ersteres nur kleine Segel führen kann, so geht es zwar in der Kielrichtung voraus, wird aber gleichzeitig quer abgetrieben und das sichtbare Kielwasser zeigt sich nicht mehr in der wirklichen Richtung des Kiels, sondern mehr oder minder schräg windwärts weisend. Je heftiger Wind und See sind und je kleinere Segel geführt werden müssen, desto größer ist die D. Bei schwerem Sturm beträgt sie 70—80⁵. Bei Bestimmung des Schiffsortes, der bei dunkelm Wetter, wo Beobachtungen von Himmelskörpern fehlen, aus dem gesteuerten Kurse und der zurückgelegten Entfernung trigonometrisch berechnet wird, muß man natürlich die D. genau beachten.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 564Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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