FeedKuen-lün
ErdkundeBrockhaus 1882

Kuen-lün, genauer Kuén-lü'en, auch Aneuta-Gebirge, ist der Name des Gebirgszugs, welcher das tibetan. Hochland im N. begrenzt, sich östlich bis zu den Quellflüssen des Hang-tse-kiang erstreckt und daselbst in die Kette Bajan-chara-ula übergeht; sein westl. Anfang ist der mächtige zwischen 71—74˙ östl. L. (von Greenwich) und 34—37 nördl. Br. Bolor-4 Gebirgsknoten, von welchem gegen N. der Bolor-Tagh (s. d.), gegen SW. der Hindukuh (s. d.), gegen SO. der Himalaja und die mit letzterm fast parallel laufende Kette des Karakorum ebenfalls ausstrahlen. Wenn man diesen centralen Knoten, wie von neuern Geographen häufig geschieht, mit zu dem Himalaja rechnet, so lassen sch die genannten Bergketten und somit auch der K. als Abzweigungen und Nebenketten desselben ansehen. Das Gebirge ist in Gne Le Verlaufe noch unerforscht; nur der westlichste Teil wurde durch die Reisen der Gebrüder Schlagintweit etwas näher bekannt. Dieselben überschritten von Iskardo, der Hauptstadt von Balti, aus zunächst die Kette des Karakorum mittels des 5653 m hohen Karakorumpasses, folgten dann der Straße hinab ins Thal des Karakaschtlusses und überstiegen nun den eigentlichen K. auf dem 5433 m hohen Elchi-Davanpaß, über welchen man zunächst nach Elchi gelangt. (S. Tibet.)

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 651Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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