FeedKuntz (Karl)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Kuntz (Karl), vorzüglicher Tier⸗ und Landschaftsmaler, geb. zu Mannheim 28. Juli 1770, erhielt seinen Unterricht in der Malerei und Architektur an der Akademie durch Rönger und Quaglio und machte dann seit 1790 in der Schweiz und Oberitalien Studien nach der Natur. Im J. 1793 nach Mannheim zurückgekehrt, wurde er 1805 bad. Hofmaler und 1829 Galeriedirektor zu Karlsruhe, wo er auch 8. Sept. 1830 starb. Seinen Ruf als Künstler begründete K. durch zwei Aquatintenblätter: der pissende Ochse nach Adrian van de Velde und die pissende Kuh nach Paul Potter. Seine Tiere sind korrekt gezeichnet, seine ländlichen Scenerien der Natur getreu, in seinem Kolorit ist Klarheit und Harmonie. Unter seinen Bildern sind noch die vier Tageszeiten im gräfl. Hochbergschen Palast, die Ansichten vom Bodensee und andere Gemälde im Besitze des Königs Ludwig von Bayern zu nennen. In der Gouachemanier bekundete sich K. ebenfalls als Meister. Als Kupferstecher lieferte er Blätter in Aquatinta und Radierungen. Rudolf K., des vorigen ältester Sohn, geb. 10. Sept. 1798 zu Mannheim, erhielt seinen Unterricht durch seinen Vater, wurde 1830 bad. maler und starb 8. Mai 1848 zu Karlsruhe. Er malte Landschaften und Tiere, besonders Pferde, und war auch Kupferstecher und Lithograph. Seine vorzüglichsten Leistungen sind die Abbildungen sämtlicher Pferderassen (4 Hefte, Karlsr. 1827.— 32), die Abbildungen der württemb. Gestütspferde (Stuttg. 1823 —26) und die 12 Bilder von engl. Gestütspferden im Speisesaal des Schlößchens Stutensee bei Karlsruhe. Ludwig K., Karl K.' jüngerer Sohn, geb. 22. Juli 1810 zu Karlsruhe, bildete sich unter seinem Vater, sodann unter Fries in Karlsruhe, seit 1835 zu München. Er hat sich als tüchtiger Landschaftsmaler und Lithograph besonders durch seine Tierstudien (24 Blätter, Karlsr. 1832) und die von ihm auf Stein gezeichneten ital. Skizzen seines Lehrers Fries (Karlsr. 1834) bekundet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 674Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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