Keller (Jos. von), namhafter deutscher Kupferstecher, geb. 31. März 1811 zu Linz am Rhein, ging 1827 nach Bonn, um sch in der Schulgen-Bettendorffschen Anstalt der Kupferstecherkunst zu widmen. Seine Erstlingsarbeiten waren die Theologie nach Hermann und die Philosophie nach Gotzenberger. Im J. 1835 wandte er sich nach Düsseldorf, wo er Hübners Roland für den Rheinisch-Westfälischen Kunstverein stach. Im J. 1839 wurde K. als Lehrer, später als Professor an der düsseldorfer Akademie angestellt und ging 1841 nach Rom, um dort die Zeichnung nach Rafaels Disputa zu beginnen. Nach seiner Rückkehr aus Italien 1844 vollendete er diesen Stich, ein Meisterwerk der neuern deutschen Kupferstecherkunst; die Platte ging später bei einem Brand zu Grunde. Neben dieser Arbeit ging der Stich von Rafaels Dreifaltigkeit aus San-Severo in Perugia her. Von andern hervorragenden Leistungen K.s sind noch zu nennen: der Heiland im Grabe, umgeben von den heiligen Frauen, nach Ary Scheffer; die Madonna aus der Apollinariskirche (1852) und die Himmelskönigin (1861), beide nach Deger, sowie ein Salvator mundi und eine Mater dolorosa nach demselben Meister. Später lieferte K. den Stich der Sirtinischen Madonna, in welcher Arbeit sich ein Fortschritt zu weicherer Behandlung des Stiches dekundet. K. starb 30. Mai 1873 zu Düsseldorf.