FeedKobell (Ferd.)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Kobell (Ferd.), Landschaftsmaler und Radierer, geb. zu Mannheim 7. Juni 1740, studierte erst in Heidelberg die Rechte und war dann eine Zeit lang Hofkammersekretär. Der Kurfürst Karl Theodor entband ihn jedoch 1762 seiner Amtsgeschäfte und verlieh ihm zur Ausbildung seines künstlerischen Talents eine Pension. K. widmete sich nun in Mannheim unter Verschaffelt, dann aber seit 1768 in Paris gründlichen Kunststudien und wurde nun zum Hofmaler und Professor an der Akademie ernannt. Im J. 1793 verließ er Mannheim und begab sich nach München, wo er 1799 als Galeriedirektor starb. K. ist weniger durch seine Gemälde als durch seine zahlreichen Radierungen bekannt, in welchen bei schlichter Auffassung der Natur die Technik der Darstellung bedeutend gefördert erscheint, besonders in Licht- und Schattenwirkung und im Helldunkel. Frauenholz in Nürnberg gab 1809 eine Sammlung Kischer Stiche unter dem Titel Oeuvres complets de Ferdinand K., ete.v heraus. Eine Anzahl von 178 Blättern wurde nach K.s noch vorhandenen Platten mit einer Einleitung von Fr. Kugler herausgegeben (Stuttg. 1842). Ein Verzeichnis der Arbeiten K.s lieferte Stephan von Stengel (Nürnb. 1822). Franz K., des vorigen Bruder, 905 zu Mannheim 23. Nov. 1749, gest. als königl. Hofmaler zu München 14. Jan. 1822, widmete sich zu Mainz vier Jahre hindurch dem Kaufmannsstande, gab ich aber schon in dieser Stellung einem künstlerischen Studium der Natur hin. Inzwischen hatte sich aber sein älterer Bruder der Malerei gewidmet, und der Kurfürst Karl Theodor sandte nun auch ihn 1776 mit einer Pension nach Italien, wo er bis 1785 verweilte und dann nach München zurückkehrte. K. hat wenig gemalt, dagegen über 20000 landschaftliche und architektonische Federzeichnungen geliefert. Wilhelm von K., Ferdinand K.s Sohn, geb. 6. April 1766 in Mannheim, wurde 1808 Professor an der Akademie zu München, wo er 10. Juni 1855 starb. Er hat sich durch gute Schlachtgemälde und Pferdestücke, sowie durch treffliche Aquatintablätter bekannt gemacht. Hendrik K., ein Vetter Ferdinand K.s, berühmt als Marinemaler, geb. 13. Sept. 1751 in Rotterdam, verriet schon früh besonderes Talent für sein spezielles Gebiet, wurde auch demgemäß unterrichtet, dann aber in Handelsgeschäften nach England geschickt, wo er sich in seinem Lieblingsfache fortbildete. Nach Holland zurückgekehrt, studierte er seine Kunst in Amsterdam, ließ sich nach einer Reise durch Frankreich in Rotterdam nieder und starb daselbst 3. Aug. 1799. Jan K., Hendrik K.s Sohn, geb. zu Delfshagen um 1779, gest. zu Amsterdam 23. Sept. 1814, ein Schüler van der Walls, wird mit Recht für einen mißt, sind unter C aufzusuchen. der bedeutendsten unter den neuern holländ. Tiermalern gehalten. Sein Vorbild war Paul Potter.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 383Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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