Lachen (Risus), eine laute, mit mehr oder minder starkem Schall verbundene kräftige Exspiration (Ausatmung), welche durch schnell aufeinander folgende Pausen in eine Reihe von Stößen zerlegt wird, wogegen die Inspiration (Einatmung) in einem kurzen und tiefen Zuge erfolgt. Mit diesen Lachbewegungen ist zugleich die bekannte, mit Verbreiterung der Mundspalte und Hebung der Mundwinkel einhergehende Zusammenziehung der mimischen Gesichtsmuskeln verbunden, die, wenn sie in mäßigem Grade allein (ohne die Exspiration) auftritt, Lächeln genannt wird. Das natürliche, ungezwungene L. wird durch Reflexthätigkeit hervorgebracht, d. h. es ist eine unwillkürliche Handlung, durch einen besondern, dem Gehirn durch die Empfindungsnerven übermittelten . bewirkt, welcher, noch ehe er zum Bewußtsein gelangt, auf die Nervenursprünge der beim L. beteiligten Muskulatur übertragen wird und so die Zusammenziehung dieser Muskeln bewirkt. Indem weiterhin durch die ausgelösten forcierten Atembewegungen der Rückfluß des Blutes aus dem Hirn nach dem Herzen gehemmt wird, wirkt das L. als ein sicheres Schutzmittel gegen die Gefahren einer plötzlichen Druckverminderung des Hirns, welche nach stärkern Hautreizungen wie nach gewissen psychischen Vorgängen leicht durch Verengerung der kleinsten Blutgefäße erfolgt. Der lachenerregende Reiz selbst ist entweder psychisch (die Vorstellung von etwas Lachenerregendem) oder körperlich, durch Kitzel (s. d.) der Haut. Auf der Vorstellung von etwas Lächerlichem (Heiterm, Komischem) beruht z. B. die Ansteckung des L.; man lacht mit Lachenden, ohne zu wissen warum. Nur durch willkürlichen raschen Wechsel der Vorstellungen oder durch große Anstrengung des Willens kann man das L. beherrschen. Unbändiges, ausgelassenes L. kann sich der Herrschaft des Willens wenigstens auf kurze Zeit entziehen, sodaß es krampfhaft wird. Bei dem als Lachkrampf bezeichneten Zustande, der, wie der Weinkrampf, besonders häufig Hysterifche befällt, führt der Körper die Lachbewegungen aus, ohne daß diese durch lachenerregende Vorstellungen veranlaßt sind. Vgl. Hecker, „Die Physiologie und Psychologie des L. und des Komischen » (Berl. 1873); Darwin, „Der Ausdruck der Gemütsbewegungen » (deutsch von Carus, 2. Aufl., Stuttg. 1874).