FeedEinreibung
HeilkundeBrockhaus 1882

Einreibung (inunctio) Bezeichnung für Arzneimittel, welche durch Reiben und andere mechanische Manipulationen der Oberfläche des Körpers einverleibt werden, um entweder unmittelbar auf die Einverleibungsstelle zu wirken, oder von da durch die aufsaugenden Gefäße in das Blut und so in den Gesamtorganismus zu gelangen. Häufig genug dient die E. auch nur als Mittel, um durch den mechanischen Druck auf die Körperoberfläche in den darunter gelegenen Geweben Blutlauf und Stoffwechsel zu steigern und so Aufsaugungen, Absonderungen u. dgl. zu befördern. (S. Massage.) Die E. sind meist flüssiger oder festweicher Beschaffenheit, am häufigsten Fette (Ole, Schmere, Vaseline, das aus Fett gewonnene Glycerin) oder flüchtige Flüssigkeiten (z. B. Salmiakgeist, Spiritus und darin aufgelöste Stoffe, Chloroform, ätherische Gle). Bei halbflüssiger Beschaffenheit nennt man sie Linimente lbesonders die aus Ammoniak und Fetten zusammengesetzten sog. flüchtigen Linimente), bei mehr festweicher, schmieriger Beschaffenheit hingegen Salben (unguenta). Die E. mit fettigen Stoffen ohne Zusatz stärker wirkender Medikamente dienen dazu, die Haut geschmeidiger zu machen, das Aufspringen derselben zu hindern oder schmerzhafte Spannung zu lindern. Die mit reizenden Stoffen versetzten E. erregen an Ort und Stelle mehr oder minder heftige Entzündungen, z. B. Hautrötungen (wie Senföl, Salmiakgeist), oder Blasen (wie starke Essigsäure, Kantharidentinktur), oder Knötchen und Eiterbläschen (wie die sog. Pustelsalben aus Brechweinstein oder Crotonöl), zuweilen auch nur ein Gefühl von Prickeln (wie die sog. Prickelsalben aus Veratrin und Aconitin); man bedient sich ihrer mit Vorliebe in den Fällen, wo man durch künstliche Erregung von entzündlichen Zuständen der Haut ableitend auf Krankheiten innerer Organe wirken will. (S. Ableitung.) Andere Arten der C. bewirken örtlich keine solchen Zufälle, dafür aber eine Veränderung in tiefer liegenden Teilen 6. B. Aufsaugung abgelagerter Krankheitsstoffe) oder im Gesamtorganismus, wie die allgemeine Merkurialwirkung bei der sog. Schmier-oder Inunktionskur mittels grauer Quecksilbersalbe beweist. Die C. gehörten zu den wichtigsten und gangbarsten Heilmitteln der ältern Medizin, werden aber gegenwärtig Conversations-Lexikon. 13. Aufl. V. vielfach durch schneller und sicherer wirkende Mittel (subkutane Injektion, Massage, Elektricität) ersetzt. Ein⸗ und Ausrücken (frz. embrayage et désembrayage, engrenage et désengrenage, engl. engaging and disengaging, throwing in and out of gear), im Maschinenbau die Räder eines Getriebes oder auch die Klauen einer Kuppelung in und außer Eingriff bringen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 5, S. 833Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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