FeedLac-Pavin
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Lac-Pavin, Kratersee im franz. Depart. Puyde-Döme (s. d.). Laeretelle (Pierre Louis), der Altere genannt, franz. Jurist und philos. Schriftsteller, geb. 1751 zu Metz, war erst Advokat zu Nancy und ging 1778 nach Paris, wo er Parlamentsadvokat und Mitredacteur des „Gxand rêpertoire dejurisprudencey wurde. In diese Zeit fällt unter anderm der „Discours sur le préjugé des peines infamanteso (Par. 1784), dem 1786 die Französische Akademie den Monthyonschen Preis zuerkannte. L. war stellvertretender Deputierter in der Nationalversammlung, Deputierter in der Gesetzgebenden Versammlung, Mitglied der Nationaljury nach der Konstitution vom Jahre III, sowie später Mitglied des Gesetzgebenden Körpers. In das Institut wurde er 1801 gewählt. Als Napoleon sich 1804 die Kaiserkrone aufsetzte, zog sich L. zurück. Nach der Restauration trat er auf die Seite der Opposition. L. starb 5. Sept. 1824. Von seinen Schriften sind noch zu nennen: seine ments politiques et littéraireso (2Bde., Par. 1817), Portraits et tableauxo, in denen sich meisterhafte Schilderungen Mirabeaus, Bonapartes und Lafayettes finden; ferner die Etudes sur la révolution françaisen, die «Soirées avec Guillaume Lamoignon de Malesherbeso und der dramatisierte Roman 4Malherbe, ou le fils naturelo, unter dem er d'Alembert versteht. Eine Ausgabe seiner sämtlichen Werke erschien in 6 Bänden (Par. 1823—24). Laecretelle (Jean Charles Dominique de), der Jüngere genannt, des vorigen Bruder, Geschichtschreiber, geb. zu Metz 3. Sept. 1766, war in Paris journalistisch thätig, lebte dann als Sekretär des Herzogs von Larochefoucauld-Liancourt auf dem Gute Liancourt, hierauf wieder in Paris. Am 18. Fructidor (1797) Amieder kam er erst nach dem 18. Brumaire (1799) wieder in Freiheit. Bonaparte ernannte ihn 1800 zum Mitgliede des Preßbureau, 1810 wurde er kaiserl. Censor und 1812 Geschichtsprofesf or an der Universität. Inzwischen war er auch 1811 in die Académie frangaise erwählt worden. Ludwig XVIII. ernannte ihn 1814 zum königl. Censor und verlieh ihm 1822 den Adel. Im J. 1827 wurde L. wegen seiner Opposition gegen den Preßgesetzentwurf des Censoramtes entsetzt, 1848 zog er sich nach Mäcon zurück, wo er 26. März 1855 starb. Der von Rabaud Saint-Etienne begonnene, durch L. vom zweiten Bande an fortgesetzte Précis de Thistoire de la révolution française (6 Bde., Par. 1808 — 12) erwarb ihm als Historiker einen Namen. Von seinen spätern histor. Schriften sind zu nennen: «Histoire de France pendant le 182 siècle (6 Bde., Par. 1808 — 12), 4Histoire de la révolution francaiser (9 Bde., Par. 1821— 26), Histoire de France depuis la restaurationo (4 Bde., Par. 1829 -35), „Histoire delAssemblée constituanten (2 Bde., Par. 1844), Histoire du Consulat et de Empirey (6 Bde., Par. 1845—46). Interessant sind die Denkwürdigkeiten aus seinem Leben: „Dix années d'preuves pendant la réêvolutiono (Par. 1842).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 733Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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