Lebrun (Pierre Antoine), franz. Dichter, geb. 29. Nov. 1785 zu Paris, entwickelte schon früh seine poetische Anlage. Eine Ode auf die Schlacht von Austerlitz verschaffte ihm eine Pension von 1200 Frs. Doch zählte L. nicht zu den Hof⸗ und Staatspoeten, sondern besang die glorreichen Thaten des Kaiserreichs erst nach dessen Sturze, vorzüglich in der Ode auf den Tod des Kaisers (1822). Diese allzu enthusiastischen Klagen brachten ihn um seine Steuereinnehmerstelle in Hävre und bald nachher auch um sein Jahrgehalt. Im J. 1820 ließ er auf dem Theätre frangais seine Tragödie Marie Stuarto aufführen, die einzige, die sich aus jener Zeit auf dem Repertoire erhalten hat. Weniger gefiel der 4Cid d'Andalousies (1825). Im J. 1828 wurde er Mitglied der Französischen Akademie. Die Juliregierung ernannte ihn zum Pair von Frankreich, und ein kaiserl. Dekret berief ihn 1853 in den Senat. Zu seinen besten Gedichten gehören seine sog. flüchtigen Poesien. Auch sein Gedicht Voyage de Grèce (1828) ist ansprechend. Eine Gesamtausgabe seiner Werke in zwei Bänden erschien 1844, wozu später noch drei Bände kamen (Par. 1863). L. starb 27. Mai 1873 zu Paris.