FeedLaneret (Nicolas)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Laneret (Nicolas), franz. Genre⸗ und Historienmaler, geb. 22. Jan. 1690 in Paris, wurde durch den glänzenden Ruhm Watteaus auf dessen Richtung geführt und gehört neben Pater zu dessen hervorragendsten Rivalen. Doch reicht er an sein Vorbild in der Feinheit der Behandlung und Auffassung mythologischer sowie schäferlicher Scenen nicht ganz heran. Seine Stoffe sind gleichfalls dem Leben und geselligen Verkehr der höhern Kreise entnommen, die er pikant zu charakterisieren verstand. Weniger gelangen ihm Bildnisse und Historien. Eine große Menge vorzüglicher franz. Kupferstecher waren thätig, seine Bilder zu vervielfältigen. Nach langer Vergessenheit sind L.s Leistungen neuerdings wieder zur Anerkennung gelangt. L. starb in Paris 14. Sept. 1743. Vgl. Guiffrey, L., sa vie et son Läncut (spr. Lanzut), Stadt in Westgalizien, am San, Station der Linie Krakau-Lemberg der Galizischen KarlLudwigsbahn, Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, zählt (1880) 3483 C. größtenteils poln. Zunge, hat bedeutende Fabriken, die größtenteils dem Grafen Potocki gehören, und ist zugleich der Centralpunkt der gräflich Potockischen Güter. Das Schloß, welches von dem Fürsten Lubomierski an die Grafen Potocki kam, gilt mit seinen ausgedehnten Gartenanlagen für eins der sehenswürdigsten im Lande. Land nennt man geographisch alle diejenigen Teile der Erdoberfläche, welche sich über den Spiegel des Meers erheben. Die Landfläche, der starre Teil der Erdrinde, wird durch das Meer in verschiedene Landmassen zerteilt, in Festländer oder Kontinente, auch Erd⸗ oder Landfesten genannt, die wiederum in Erdteile zerfallen, und in unzählige kleinere getrennte und zerstreute Landmassen, welche Eilande oder Inseln heißen. Der an das Meer stoßende Teil des L. heißt Gestade oder Küste (s. d.). Wie das Meer in das L. eindringt, so wiederum das L. in das Meer, wodurch die horizontale Gliederung des L., Halbinseln, Landzungen und Landengen, Landspitzen oder Vorgebirge (Kaps) entstehen. Im Gegensatz zum Küstenlande, welches an das Meer angrenzt und unter dessen unmittelbaren Einflüssen steht, nennt man Binnenland ein überall vom Meer entfernt liegendes L. über die Verteilung des Starren und Flüssigen auf der Erdoberfläche s. Erde. Auf der nördl. Halbkugel liegt fast dreimal soviel L. als auf der südlichen, und zweimal soviel auf der östlichen als auf der westlichen. Man unterscheidet daher eine nordöstliche kontinentale oder Landhalbkugel und eine südwestlich oceanische oder Wasserhalbkugel. Beide werden voneinander geschieden durch einen breiten Gürtel, welcher den Aquator im Nordosten von der Mozambiquestraße und am Küstenmeer von Peru unter dem Winkel von etwa 45 durchsetzt. Gegenüber der horizontalen Gliederung steht die vertikale Gestaltung der Landfläche, deren Beschreibung Gegenstand der Orographie ist. In dieser unterscheidet man als Hauptformen Tief⸗ und Hochland, Ebene und Gebirgsland. Landak, ein kleiner, unter einem malaiischen Fürsten stehender Lehnsstaat der niederländ. Regierung auf der Insel Borneo, in der Westabteilung genannten Residentschaft derselben. L. besteht fast ganz aus * gelegenem, mit Wald bestandenem Flachlande, welches von dem Landak, einem Nebenfluß des Kapuas, bewässert wird. Hauptort ist der auf dem rechten Ufer des Landakflusses gelegene kleine und unbedeutende Ort Landak. Landammann, s. Ammann. Landau, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Niederbayern, an der Isar, Station der Linien Rosenheim-Plattling und L.⸗Landshut der Bayrischen Staatseisenbahnen, ist Sitz eines Bezirksamts und eines Amtsgerichts, zählt (1880) 3188 E. und hat eine schöne Pfarrkirche von 1224. Landau, Stadt im bayr. Regierungsbezirk Pfalz, an der Queich und an den Linien Neustadt-Weißenburg und Germersheim-Zweibrücken der Pfälzischen Eisenbahnen, 20 km westlich des Rheins (Germersheim), ist Sitz eines Bezirksamts, eines Land⸗ und eines Amtsgerichts, eines Hauptzollamts, einer Reichsbanknebenstelle und zählt einschließlich der Garnison (1880) 8749 E. Die Stadt besitzt ein Gymnasium, eine Realschule, eine höhere Töchterschule, eine den Protestanten und Katholiken gemeinschaftliche Kirche, eine Maschinenfabrik, eine Eisengießerei, Roßhaarspinnerei und treibt bedeutenden Handel. L. wurde 1291 zur Freien Reichsstadt erklärt, dann an Speier versetzt, von Maximilian J. 1511 wieder eingelöst und zu Niederelsaß geschlagen. Im Dreißigjährigen Kriege wurde es achtmal von den Kaiserlichen, Schweden und Franzosen genommen. Durch den Westfälischen Frieden kam L. an Frankreich; 1688 wurde es von Vauban befestigt, hierauf 1702 —13 viermal abwechselnd von deutschen und franz. Feldherren belagert und genommen. Im Aug. 1793 operierten die Verbündeten gegen das von den Franzosen besetzte L. und griffen 28. Okt. die Festung förmlich an, mußten sich aber zurückziehen. L. wurde 1816 an Bayern abgetreten und zur deutschen Bundesfestung erklärt, in welcher Bayern das Besatzungsrecht ausübte; 1867 wurden die Außenwerke niedergelegt und L. zum festen sturmfreien Depötplatz erklärt, 1871 wurde die Festungseigenschaft aufgehoben und die Umwallung zum größten Teil geschleift.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 775Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 3

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Bildende Kunst 6