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ErdkundeBrockhaus 1882

La Perouse (Jean Frangois de Galaup, Graf), berühmter franz. Seefahrer, geb. zu Guo bei Albi 22. Aug. 1741, diente schon 1756 im Seekriege gegen Rilaen und machte dann viele Reisen bis in die entlegensten Erdgegenden. Er focht seit 1778 unter d'Estaing, zerstörte 1782 die brit. Niederlassungen in der Hudsonsbai und erhielt den Befehl über die Schiffe Astrolabe und Boussole, um einen von Ludwig XVI. ausgegangenen, auf geogr. Entdeckungen und Anknüpfung neuer Handelsverbindungen gerichteten Plan zur Ausführung bringen. L. ging 1. Aug. 1785 unter Segel, kam um Kap Hoorn nach Concepcion in Chile (im Febr. 1786) und nach der Nordwestküste Amerikas, ankerte im Febr. 1787 in Manila und ging im April nach dem nordöstl. Küstenlande Asiens ab. Die zwischen dem nördl. Japan, Korea und Kamtschatka von L. gemachten Entdeckungen waren von großer Wichtigkeit. L. entdeckte 28. Juli 1787 die Castriesbai, 9. Aug. die La Pérouse-Straße, im Dezember die Insel Savaii und ankerte im Febr. 1788 in Botanybai. Von diesem Punkte aus (und zwar vom 7. Febr.) datieren die letzten direkten Mitteilungen L.s an die franz. Regierung. Seitdem war er verschwunden. Erst 1826 führte ein Zufall auf seine Spur. Dillon, ein engl. Schiffskapitän, landete damals auf der Insel Tucopia und fand daselbst im Besitze eines abenteuernden preuß. Matrosen mehrere Gegenstände, die auf L.s Expedition deuteten und von den Bewohnern der Insel Vanikoro erhalten worden waren. Die Ostindische Kompagnie schickte nun Dillon dorthin, der unter den Eingeborenen Augenzeugen des Scheiterns der zwei franz. Schiffe am südwestl. Ufer der Insel auffand. Die Beschreibung seiner Reise erschien 1829. Dumont: d'Urville (s. d.) untersuchte im Febr. 1828 diese Gegend, fand daselbst fünf franz. Kanonen und andere Reste und errichtete 14. März 1828 dem Andenken L.s ein Denkmal. Der mehrmals übersetzte Bericht über L.s Reise unter dem Titel Voyage autour du monde » (4 Bde., Par. 1797, mit Atlas) wurde von Milet de Mureau nach den Tagebüchern ausgearbeitet, welche von Kamtschatka aus nach Frankreich geschickt worden waren. Im J. 1844 wurde L. zu Albi eine eherne Statue errichtet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 813Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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