Trübau (Mährisch⸗, slaw. Morarskä Irebovä), Stadt im westl. Teile von Mähren, liegt in einer weiten Thalmulde des sudetischen Hügellandes, nicht weit von der böhm. Grenze, ist Sitz einer Bezirkshauptmannschaft und eines Bezirksgerichts, zählt 6056 deutsche E. (1880), und hat ein Staatsobergymnasium, eine Bürger⸗ und Volksschule für Knaben und Mädchen und eine Mädchenschule der Schulschwestern mit einem Kindergarten und einer Kinderbewahranstalt, zwei Fabriken von Seidenwaren, eine mechan. Baumwollweberei und eine Schön⸗ und Schwarzfärberei. Das jetzt fürstlich Liechtensteinsche Schloß ist ein Umbau des ältern befestigten, welches Ladislaus von Boskowitz 1495 innerhalb der Stadtmauern aufführen ließ. Die älteste Burg stand auf dem sog. Burgberge. Zur Zeit des kunstliebenden Ladislaus von Boskowitz war T.ein Sammelplatz ausländischer Künstler und Gelehrter, sein Schloß eine Sammlung von Kunstschätzen. Von den von Boskowitz kam T. an die Herren von Zierotin, die der Opposition gegen Kaiser Ferdinand II. angehörten, und nach der Schlacht am Weißen Berge (1620) als Fiskalgut an das Arar. Im J. 1623 wurde es als Lehngut dem Fürsten Karl von Liechtenstein verliehen.