La⸗ Paz (d. h. der Friede), jetzt offiziell La Paz de Achacachi, indian. Chuquiyapu (Goldsandseld), seit 1875 Hauptstadt und Bischofssitz des gleichnamigen Departements in 15 südamerik. Republik Bolivia, unter 16 ½ südl. Br., im SO. des Titicacasees und im RW. des Schneepiks Illimani der Ostcordillere, in 3648 m Seehöhe, und zwar im 400 m tief in die ½ eingeschnittenen fruchtbaren Thale des Rio La-Pazoder Rio Chuquiyapu gelegen, wurde 1548 unter dem Namen Nuestra Sesiora de la Paz gegründet und zum Andenken an den entscheidenden Sieg der königl. span. Truppen über die Rebellen des Gonzalo Pizarro benannt. Die Stadt ist regelmäßig und gut gebaut, hat einen großen, mit einer stattlichen Fontäne geschmückten Hauptplatz, eine unvollendete, großartige und schöne Kathedrale aus weißem Marmor, zahlreiche andere Kirchen und Klöster, einen Regierungspalast, eine jetzt sehr heruntergekommene Universität in einem großen Gebäude, ein bischöfl. Seminar, eine mediz. Schule, ein Centralcolleg für Wissenschaften und Künste, mehrere Mittel- und Elementarschulen, ein Museum für naturhistor. Gegenstände und Altertümer aus der Inkazeit, zwei Hospitäler, ein Theater und den schönsten öffentlichen Spaziergang (Klameda) in Bolivia mit herrlicher Aussicht auf den Illimani. Eine Zeit lang war die Stadt Sitz der Centralregierung, ist auch noch jetzt der bedeutendste und volkreichste Ort der Republik. Sie zählt (1880) 26000 E., meist Aymaras-Indianer und Mestizen, und gilt als der lebhafteste Handelsplatz Bolivias.