Leberauschoppung, Blutüberfüllungoder Hyperämie der Leber, die übermäßige Anhäufung von Blut in den Blutgefäßen der Leber und die hierdurch bedingte Anschwellung und Vergrößerung der letztern, kommt entweder durch verstärkten Zufluß (Kongestion, Wallung), oder durch gehinderten Abfluß (Stauung) des Blutes zu Stande, und wird am häufigsten bei unmäßiger und sitzender Lebensweise, bei gewohnheitsmäßigem Genuß alkoholischer Getränke, bei Infektion des Blutes mit Malaria, sowie im Verlauf gewisser Herz⸗ und Lungenkrankheiten beobachtet, bei welchen der Abfluß des Blutes aus der untern Hohlader und den Lebervenen erschwert ist. Geringere Grade der L. pflegen symptomlos zu verlaufen; erheblichere Grade der Krankheit geben sich durch ein unangenehmes Gefühl von Druck und Spannung im rechten Hypochondrium, durch Verdauungsbeschwerden, unregelmäßigen Stuhlgang, Hämorrhoiden u. dgl., sowie durch eine mehr oder minder beträchtliche, objektiv nachweisbare Vergrößerung der Leber zu erkennen. Bei chronischer Stauungshyperämie der Leber kommt es bisweilen unter langsamerm Untergang der Leberzellen zu einer auffallenden Massenzunahme des Bindegewebes, wodurch die Leber ein eigentümliches marmoriertes Aussehen (sog. Muskatnußleber) annimmt. Die Behandlung der L. besteht in einer zweckmäßigen Anderung der Lebensweise, milder reizloser Diät, regelmäßiger Körperbewegung, milden Abführungsmitteln und zeitweiligen örtlichen Blutentziehungen; gegen chronische Leberhyperämie erweisen sich Brunnenkuren in Karlsbad, Marienbad, Kissingen und Homburg, sowie zeitweilige Molken⸗ und Traubenkuren nützlich. Liegen der L. chronische Lungen⸗ oder Herzkrankheiten zu Grunde, so müssen diese natürlich entsprechend behandelt werden.