Lederfabrikation oder Gerberei, die Gesamtheit derjenigen Prozesse, durch welche die tierische Haut in der Art verändert wird, daß sie mit Beibehaltung ihrer wesentlichsten Eigenschaften bedeutende Widerstandsfähigkeit gegen äußere Einflüsse zeigt. Als Rohmaterial für die L. dienen die Häute der Rinder, Pferde, Ziegen und Schafe, seltener die von Hunden, Katzen, Schweinen, Gemsen, Hirschen, Eseln und Büffeln, ausnahmsweise nur die Häute von Seehunden, Nilpferden, Meerschweinchen u. s. w. Im Handel werden nur die Häute der großen Tiere als Haut, die der kleinern dagegen als Fell bezeichnet. Jede zur L. benutzte Haut besteht aus drei Hauptschichten, der äußern Oberhaut (Epidermis), der innern Unterhaut und der zwischen beiden liegenden sog. Lederhaut (Corium). Die Oberhaut mit den an derselben haftenden Haaren, Wolle oder Borsten muß von der Lederhaut getrennt werden, zu welchem Zweck durch die Einwirkung von Wasser oder von schwachen Säuren, resp. Laugen die einzelnen Schichten so weit gelöst werden, daß sie durch mechan. Hilfsmittel getrennt werden können. Eine auf diese Weise von der Oberhaut getrennte Lederhaut wird als Blöße und die setzt freiliegende Seite derselben als Narbenseite oder Narbe bezeichnet. Die am meisten zur L. verwendeten Häute sind die Rinderhäute, bei welchen man wieder Ochsen⸗, resp. Kuhhäute und Kalbfelle unterscheidet. Die erstern beiden sind ziemlich von gleicher Beschaffenheit und Güte, während die letztern je nach dem Alter des Kalbes sehr verschieden sind; die Felle von neugeborenen Kälbern liefern ein vorzüglich zartes und weiches Leder. Die Felle von Schafen, Lämmern und Ziegen geben ein gleichfalls sehr zartes und dabei sehr geschmeidiges Leder, weshalb die letztern hauptsächlich zu Handschuhleder Gidleder, Glacéleder u. s. w.) Verwendung finden. Über das Wesen des Leders war man lange im Unklaren, doch herrschte früher größtenteils die Ansicht, daß dasselbe auf einer chem. Verbindung des Leims der Haut mit dem Gerbstoff beruhe. Altere Chemiker, wie Prechtl und Dumas, hielten noch an dieser Ansicht fest; erst in neuerer Zeit hat Professor F. L. Knapp, welcher durch seine Studien über die Gerberei zuerst eine theoretische Grundlage für die Darstellung des Leders schuf, eine bessere Erklärung gegeben. Nach demselben soll der Haut durch das Gerben die Neigung zur Fäulnis und zugleich die Möglichkeit benommen werden, nach dem Verdunsten des die Zwischenräume der Fasern erfüllenden Wassers hart und brüchig zu werden. Die drei Hauptoperationen, denen die zu gerbende Haut zu diesem Zweck unterworfen wird, sind: das Reinmachen, das eigentliche Gerben und die Zurichtung. Zum Reinmachen werden die Häute 2 bis 10 Tage lang in kaltem Wasser eingeweicht und dann in einer Walke, welche den bei der Tuchfabrikation verwendeten fast gleich ist, von Blut, Fett und Schmutz gereinigt, worauf sie auf der Innenseite von dem Fleisch⸗ und Fettgewebe der Unterhaut befreit werden. Dies geschieht auf dem sog. Schabebaum, auf welchem die Haut ausgebreitet und mit einem gebogenen, mit zwei Handgriffen versehenen Messer, Schabemesser (s. Tafel: Lederfabrikation, Fig. 1 u. 2), bearbeitet wird. Um die Lederhaut von der Oberhaut zu trennen, muß, wie oben angedeutet, die Haut besonders präpariert werden, und zwar entweder, indem man ätzende oder beizende Mittel anwendet, oder indem man eine geringe Fäulnis hervorruft. Je nachdem man Sohl⸗ oder Oberleder herstellen will, ist die bezügliche Prozedur eine andere. Bei den zu Sohlleder bestimmten Häuten wendet man die sog. faulige Gärung an, r durg man die zu Oberleder bestimmten Häute durch Einwirkung von Kalkhydrat geschmeidiger macht. Die faulige Gärung wird durch Abschwitzen erzielt, wozu man die Häute mit der Haarseite nach außen übereinander in eine Grube oder einen gut verschlossenen Raum legt, in welchem sie so lange bleiben, bis das Eiweiß in der Haut gelöst und die Haare gelockert sind. Die durch Kälken vorgenommene Behandlung unterscheidet sich in ihrer Wirkung von der Gärung dadurch, daß sich nicht nur die Haarwurzeln, sondern auch die Zellenwandungen im Innern der Haut teilweise voneinander löst und so die letztere im ganzen mehr geschmeidig gemacht wird. Nachdem die Häute durch Handarbeit sorgfältig von der Oberhaut, den Haaren und auf der Innenseite von den Fleischteilen gereinigt, auf der Narbenseite mit einem Glätteisen geglättet sind, werden sie nochmals gut abgespült und auf der Narbenseite mit dem Streicheisen abgezogen. Je nach der Art der zu gerbenden Häute und je nach den zu erzielenden Ledersorten werden verschiedene Gerbmethoden angewendet, nämlich: die Lohgerberei, die Weißgerberei und die Sämischgerberei. Die wichtigste dieser Methoden ist die Lohgerberei, auch Rotgerberei genannt, bei welcher die Häute mittels gerbsäurehaltiger Stoffe (Gerbstoffe) in Leder verwandelt werden. Die Zahl der angewendeten Gerbstoffe ist sehr groß, doch wird am meisten die in der Eichenrinde enthaltene Gerbsäure, resp. jene selbst zum Gerben benutzt. Außerdem enthalten von einheimischen Gewächsen die Tanne, Fichte, Buche, Erle, Pappel, Ulme, Kastanie und Weide, von fremden besonders Knoppern, Valonia, Kino, Catechu, Gambir, Sumach, die Schoten von Caesalpinia Coriaria Gerbsäure. Die Rinde (Gerberrinde) wird auf Schneidmaschinen zerkleinert und auf Lohmu hlen, die im Prinzip den Kaffeemühlen leichen, nur größer sind als diese, gemahlen. Neuerlich wendet man auch vielfach Lohsägemühlen (Fig. 3) an, welche die Arbeit der Schneidmaschinen und die der Lohmühlen vereinigen. Die verarbeitete Rinde wird Lohe genannt. Vor dem eigentlichen Gerben werden die zu Sohlleder bestimmten Häute noch geschwellt d. h. sechs bis acht Tage der Einwirkung einer fauren Brühe ausgesetzt, welche man meist aus schon gebrauchter Lohe gewinnt. Die zu Oberleder bestimmten Häute kommen in eine Beize, die man am häufigsten aus zerkleinertem Tauben⸗ oder Hundekot, in Ermangekung dessen aber auch aus pulverisiertem Ammoniak herstellt, den man in heißem Wasser auflöst. Durch diese Mittel ist die Haut so weit vorbereitet, daß sie den Gerbstoff sehr rasch in sich aufnimmt, wodurch das gelockerte Zellfasergewebe derselben in Lederfaser verwandelt wird. Der eigentliche Gerbprozeß oder die Verwandlung der Blöße in Leder kann auf zweierlei Art erfolgen: durch das sog. Versetzen, oder auch durch die Behandlung in der Lohbrühe. Bei dem erstern Verfahren wird die Auflösung des Gerbstoffs dadurch erzielt, daß man die Häute mit zwischengestreuter Lohe in eine Versetzgrube schichtet und mit Wasser übergießt; bei dem zweiten Verfahren wird in besondern Gefäßen eine Lohbrühe bereitet, mit welcher man später die Häute in Berührung bringt. Bei dem Gerben mit Versetzen bleiben die Häute, wenn gute Eichenlohe angewendet wird, etwa 8 bis 10 Wochen, bei Anwendung von Knoppern oder Valonia etwa 4 Wochen im ersten Satz; im zweiten Satz bleiben sie dann 3 bis 4 Monate, im dritten 4 bis 5 Monate. Sehr starke Häute, wie Wildhäute, erhalten unter Umständen einen vierten, ja sogar einen fünften Satz. Das Gerhen in der Lohbrühe, welches hauptsächlich bei Häuten für schwächere Ledersorten angewendet wird, erfordert weniger Zeit als das Versetzen. Bei dieser Gerbmethode wird die Haut zunächst in schwache Lohbrühen und dann allmählich in immer stärkere gebracht, wodurch man selbst sehr schwere Leder in Zeit von etwa 3½ Monaten, leichtere in 7 bis 8 Wochen und Kalbleder und andere leichte Sorten in etwa 14 Tagen lohgar herstellen kann. Die verbrauchte Lohe wird auf Lohtrockenpressen getrocknet und entweder direkt verfeuert, oder mit Lohkuchenformmaschinen, wie Fig. 4 eine solche darstellt, in Kuchenform gebracht (Lohballen), um als Brennmaterial benutzt zu werden. Das aus der Grube kommende Sohlleder wird zuerst von der Lohe gereinigt und dann getrocknet; hierauf kommt dasselbe unter den Lederhammer (Fig. 5), durch welchen ihm ein gewisser Grad von Clasticität erteilt wird. Die lohgaren Rinds⸗, resp. Roßhäute und Kalbfelle werden, nachdem sie aus der Grube herausgenommen sind, auf den Schabebaum gebracht, wo man mittels Streicheisen alle Flüssigkeit aus ihnen entfernt. Sodann werden dieselben mit einer Mischung von Talg, Thran und Degras (s. d.) eingerieben, in ein Walkfaß gebracht und tüchtig gewalkt, bis sie vom Fett gehörig durchqdrungen sind. Die getrockneten Häute werden später noch mit einer Mischung von aufgelöster Seife, Unschlitt und Fischthran eingerieben und an der Luft getrocknet. Mit dem so weit fertigen Leder werden eine Reihe mechan. Bearbeitungen vorgenommen, welche fast sämtlich dazu dienen, demselben ein schöneres Aussehen zu geben. Die Oberleder und die bessern der nicht als Sohlleder benutzten Sorten werden gewöhnlich auf einer Maschine, der Lederspaltmaschine (Fig. 6 u. 7), gespalten. Zur Bearbeitung der Narbenseite dienen Lederausstoßma- und Lederhobelmaschinen; letztere sinden na mentlich für Treibriemen Verwendung. Zur äußerlichen Verfeinerung des lohgaren, sowie des auf andere Weise gegerbten Leders dienen außerdem die Falzeisen (Plattenfälze, Fig. 10 u. 11, und Plattstoß, Fig. 12), die sog. Pantoffelhölzer oder Korkhölzer (Fig. 13), die Krispelhölzer (Fig. 14) und die Glättsteine (Fig. 15), alles erkzeuge, welche von der Hand geführt werden. Die durch die Weiß gerberei hergestellten Leder werden ihrer großen Geschmeidigkeit und Zartheit wegen besonders zur Verfertigung von Luxuswaren benutzt, wozu auch 194 reine weiße Farbe sie vorzüglich geeignet macht, der zufolge sie befähigt sind, die zartesten Farben anzunehmen. Das weißgare Leder unterscheidet sich von dem lohgaren nicht nur durch die Art der Gerbung, sondern auch durch seine besondern Eigenschaften. Während beim lohgaren Leder die Fasern dicht aneinander gedrängt sind, liegen sie beim weißgaren viel mehr frei und halten auch nicht so fest zusammen wie bei ersterm. Lohgares Leder, wenn es auch längere Zeit im Wasser gelegen hat, wird doch immer nur einen kleinen Teil seines Gerbstoffs abgeben, während bei weißgarem Leder die gerbend wirkenden Salze immer wieder durch Wasser gelöst werden können. Die Weißgerberei zerfällt in folgende Hauptmethoden: 1) Die reine Alaungerberei, bei welcher die geschwellten Blößen mit einem Gemisch von Alaun und Kochsalz behandelt werden. Diese Gerbung liefert ein äußerst zartes Leder und eignet sich ganz besonders für leichte Waren. Man gerbt auf diese Weise hauptsächlich Schaf⸗, Lamm⸗, Ziegenfelle und Pelzwerk. 2) Die ungarische Weißgerberei. Bei diesem Verfahren werden die durch mechan. Mittel von den Haaren befreiten Häute durch Alaun und Kochsalz weißgar gemacht und nachher mit Fett getränkt. Das auf solche Weise hergestellte Leder findet ähnliche Verwendung wie das lohgare, ohne aber dessen vorzügliche Eigenschaften zu besitzen. 3) Die fran ösische oder Erlanger Glacéleder- und Kalbskid-Weißgerberei. Diese Methode liefert unter allen das zarteste und weichste Leder und wird daher nur bei feinen Fellen, namentlich zu Handschuhleder, angewendet, B. bei Fellen ganz junger oder ungeborener Kälber, bei Schaf- und Ziegenfellen. Die Blößen werden auf chem. Wege vorbereitet und mit einer Mischung, der sog. Nahrung, gegerbt, welche aus Alaun, Salz, Mehl und Eidottern besteht. Außer den vorstehend genannten, hauptsächlich gebräuchlichen Methoden gibt es noch eine ganze Reihe von Verfahrungsarten der Weißgerberei, von welchen die Pelz-oder Rauchwarengerberei, die Seifengerberei und die Fettlederger⸗ „Für die Sämischgerberei werden hauptsächlich Hirsch⸗, Reh⸗, Gemsen⸗, Ziegen⸗ und Schaffelle verwendet. Das sämischgare Leder zeichnet sich durch seine lockere Weichheit und vor allem dadurch aus, daß es ohne Verlust seiner Vorzüge gewaschen werden kann, weshalb man es auch Waschleder nennt. Da die Narbe der Haut keiner besondern Dehnbarkeit fähig ist, pflegt man dieselbe bei diesem Leder abzustoßen, wodurch beide Seiten desselben das gleiche Aussehen erhalten. Die Sämischgerberei wird hauptsächlich durch Behandlung der Häute mit Fett erzielt, weshalb diese Methode vielfach auch Fettgerberei genannt wird. Nachdem die Häute enthaart und gebeizt sind, werden eine Anzahl derselben in einem Pack übereinander, mit der Narbenseite nach oben, auf einem Tisch ausgebreitet, mit gutem Thran eingerieben und zu einem Knäuel zusammengewickelt. Viele derartige Knäuel bringt man in eine Walke, in welcher die Häute durch wiederholtes Walken vollkommen mit Thran imprägniert werden. Nach dem Walken schichtet man dieselben in der sog. Brutkammer in Haufen auf. Durch die Oxydation des in den Fellen enthaltenen Fettes tritt hier eine Erhitzung der Felle ein, wodurch dieselben allmählich eine gelbliche Farbe annehmen. Will man diese Felle weiß haben, so müssen dieselben an der Luft gebleicht werden. Außer den vorstehend beschriebenen existieren noch zahlreiche andere Methoden der Lederbereitung, von welchen namentlich die von Dr. O. Kohlrausch in Wien erfundene Methode der Gerbung mittels reinen Gerbsäureextrakts, der durch ein patentiertes Verfahren gewonnen wird, Erwähnung verdient. In Amerika wird namentlich die Rinde der Schierlingstanne (Hemlockrinde) zum Gerben benutzt, wonach das so bereitete Leder Hemlockleder heißt; auch wird aus dieser Rinde ein Extrakt (Hemlockertrakt, s. d.) gewonnen, der in Deutschland Kacele Verwendung findet, jedoch neuerlich durch stärkere, in Deutschland selbst hergestellte Extrakte verdrängt wird. Andererseits finden bei den verschiedenen Gerbrozessen, der Mannigfaltigkeit der Ledersorten enttatt. So spannt man zur Herstellung des Chagrinleders (s. Chagrin), die durch den Reinigungsprozeß vorbereiteten Blößen in Rahmen und drückt die schwarzen, harten Samen der wilden Melde auf der sorgfältig abgeschabten Narbenseite ein, um dem Leder das eigentümliche körnige Aussehen zu geben. Die getrockneten Häute, welche mit Vertiefungen bedeckt erscheinen, werden mit Schabmessern völlig geebnet, dann geschwellt, mit Lohe oder Alaun gegerbt und wele mit Kupfersalzen grün gefärbt. Beim Schwellen erheben sich die durch die Samen niedergedrückten Teile, wodurch die Leher mite Knötchen entstehen. Zuletzt wird das Leder mit geschmolzenem Hammelfett getränkt. Beim Gerben des Saffians verwendet man als Gerbmittel hauptsächlich Sumach, zuweilen Galläpfel, teilweise auch Eichen⸗‚ Weiden⸗ und Fichtenrinde. Der auf ähnliche Weise bereitete Maroquin wird nach dem Gerben gefettet. Vom sücheng da unterscheidet sich der Kor duan hauptsächlich dadurch, daß er seine natürliche Narbe behält, während jenem eine künstliche Narbe gegeben wird. Das Juftenleder wird nach dem Ver-Denrin der Lohgerberei mit Anwendung von Weienrinde hergestellt; in Ermangelung derselben wird auch Eichen⸗, Pappel⸗ und Fichtenrinde benutzt. Der eigentlich charakteristische Teil der Juftengerberei ist das Einreiben mit Birkenteeröl, enedem Leder nicht nur den ihm eigentümlichen Geruch, sondern auch seine außerordentliche Haltbarkeit verleiht. Nachher werden die Häute mit dem Streicheisen so lange behandelt, bis sie geschmeidig geworden sind, und auf der Narbenseite mit einer Alaunlösung bestrichen. Sobald diese Lösung getrocknet ist, gibt man dem Leder eine Narbe, indem man es durch geriefte Walzen gehen läßt. In neuerer Zeit sucht man immer häufiger bei der Bereitung des Sohlleders die Lohgerberei durch die Extraktgerberei zu ersetzen, wofür in erster Linie Eisen⸗ und Chromsalze in Betracht kommen. Das nach der letztern Methode hergestellte Leder wird als Chromleder bezeichnet. Geschichtliches. Die Gerberei ist einer der ältesten dem uud, Bolte Bei den alten Agyptern und bei dem jüd. Volke waren lederne Gefäße und Kleidungsstücke in Gebrauch. Von diesen erlernten die Römer die primitive Herstellungsweise leine Art Sämischgerberei), und in der Folge bereiteten sie selbst auch lohgares und alaungares Leder. Im Mittelalter findet sich die Gerberei bei allen civilisierten Völkern und zwar bildet sich dieselbe vorwiegend landschaftlich aus. Das Gerben mit Galläpfeln entwickelte sich als die Methode des Orients, das Gerben mit Eichenlohe als die des Occidents, das Gerben mit Alaun als die der Sarazenen. Der Orient übertraf in seinen Produkten lange Zeit den Westen. Im J. 1749 wurde die erste europ. Saffianfabrik im Elsaß errichtet; aber erst von 1797, in welchem Jahre die Gerberei in Choisy bei Paris angelegt wurde, datiert der Aufschwung der franz. Saffiangerberei. Bald darauf fand diese Fabrikation auch in Deutschland Eingang. Die Herstellung des Lackleders und das Weißgerben von Ziegen⸗, Schaf- und Lammfellen wurden gleichfalls zuerst in Frankreich mit Erfolg betrieben, Den End sich jedoch bald nach Deutschland fort. Seit Ende des 18. Jahrh. wurde die Schnellgerberei von den Engländern und Amerikanern praktisch ausgebildet. Durch die Einführung der Maschinen zur Zurichtung des Leders hat die L. vollständig den Charakter des fabrikmäßigen Betriebes angenommen. Vgl. außer Knapps und Rud. von Wagners Hand⸗ und Lehrbüchern der chem. Technologie ins besondere: Günther, «Fabrikation des lohgaren