FeedHäutung
HeilkundeBrockhaus 1882

Häutung im allgemeinen nennt man die Abstoßung der obern Zellenschichten sämtlicher, aus flächenartigen Zellenausbreitungen gebildeter Häute (Epithelien), welche sowohl innere Flächen, wie z.B. des Darms oder der Lungen, als die äußere Oberfläche des Körpers bekleiden. Im speziellen braucht man das Wort von der Erneuerung im ganzen, der Oberhaut oder Epidermis, welche bei vielen Tieren periodisch eintritt, gewöhnlich mit besondern leidenden Zuständen verbunden ist und häufig mit wichtigen Lebensabschnitten in Verbindung steht. Der Mensch und die Säugetiere häuten sich gewissermaßen beständig, indem die Oberhaut sich in kleinen Plättchen abschilfert; doch ist auch der Haarwechsel im Frühjahr und die Mauserung der Vögel ein periodischer Häutungsvorgang. Besonders aber wendet man das Wort bei denjenigen Tieren an, wo die Haut im Zusammenhange sich ablöst, sodaß sie meistens die Form des herausgeschlüpften Tiers darstellt. Bei allen diesen Häutungsvorgängen, mögen sie nun, wie bei Amphibien und Reptilien, die hornigen, oder bei Gliedertieren die chitinhaltigen (Insekten) oder selbst verkalkten (Krebse) Panzer betreffen, bleibt die Matrix, aus welcher sich die abgestoßenen Teile bilden, zurück und ist schon „unter der abgestoßenen Haut die neue vorgebildet. 9Die H. der Gliedertiere steht stets mit wichtigen „Lebensabschnitten in Wechselbeziehung, sei es mit „schnellem Wachstum, dem die Haut nicht folgen rkann (H. der Raupen), sei es mit Veränderungen der Form, wie Übergänge der Larven in Puppen und vollkommene Insekten. Vor solchen H., bei welchen sogar auch die innern überzüge des Darmkanals gewechselt werden, sind die Tiere krank, rfressen nicht, und viele gehen zu Grunde Hautwärzchen, s. unter Haut.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 8, S. 922Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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