Legendre (Adrien Marie), berühmter franz. Mathematiker, geb. zu Paris 18. Sept. 1752, wurde frühzeitig Professor der Mathematik an der Militärschule, dann an der Normalschule zu Paris, und bereits 1783 Mitglied der Akademie. Im J. 1787 wurde er nebst Cassini und Meéchain von seiten der franz. Regierung beauftragt, einen Breitengrad zwischen Dünkirchen und Boulogne auszumessen. Die Resultate dieser Messungen wurden in dem Exposé des opérations, faites en France en 17875 (Par. 1792) mitgeteilt. Im J. 1808 wurde L. von der kaiserl. Regierung zum lebenslänglichen Vorsteher der Universität ernannt. Er starb 10. Jan. 1833. Unter seinen Schriften sind zu erwähnen: Eléments de géométries (Par. 1794 u. öfter), ein treffliches Werk; «Mémoires sur les transcendantes elliptiquesd (Par. 1794), „Essai sur la théorie des nombreso (Par. 1798; neuere Aufl., 2 Bde., Par. 1830), nebst einem Supplementbande (Par. 1816); Nouvelle théorie des parallèleso (Par. 1803), (Nouvelles méthodles pour la détermination des orbites des comètes, etc.v (Par. 1805), Exercices de calcul intégralo (3 Bde., Par. 1807), CTraité des fonctions elliptiques 5 (3 Bde., Par. 1827 — 32). Außerdem machte er sich noch durch seine Untersuchungen über die Attraktion der elliptischen Sphäroide verdient. Auch seine scharfsinnige Methode der Bestimmung der Kometenbahnen erregte großes Aufsehen. Er entdeckte 1806, unabhängig von Gauß, die Methode der kleinsten Quadrate.