Leitungsdraht (frz. fil conducteur, engl. conducting-wire), der Draht, mittels dessen der elektrische Strom vom Stromerzeuger (einer galvanischen Batterie oder dynamoelektrischen Maschine) zur Verwendungsstelle, d. h. zu denjenigen Apparaten oder Maschinen geleitet wird, welche vermöge der Elektricität funktionieren sollen. Als das beste Material für Leitungsdrähte findet das Kupfer trotz seiner Kostspieligkeit die ausgedehnteste Verwendung. Aus mit Seide oder Baumwolle übersponnenem Kupferdraht werden die Hausleitungen für elektrische Klingeln, Telephone u. s. w. hergestellt und ebenso wird bei elektrischen Beleuchtungsanlagen fast immer Kupferdraht als Leiter verwendet. Die Kabel (s. d.), wie sie für unterirdische und unterseeische Telegraphenleitungen und für andere elektrotechnische Zwedke gebräuchlich sind, bestehen aus litzenförmig zusammengedrehten Kupferdrähten. Das Kupfer wird fast nur in solchen Fällen durch Eisen oder Stahl (neuerlich auch durch Phosphorbronze) ersetzt, in denen es nicht allein auf gute Leitungsfähigkeit, sondern auch auf einen gewissen Grad von Widerstandsfähigkeit gegen außere Kräfte ankommt. So werden in der Telegraphie 4 mm starke Eisendrähte von Stange zu Stange gezogen, weil Kupferdrähte ihrer geringen Festigkeit wegen ein zu großes Eigengewicht erhalten müßten, folglich zu theuer werden würden. Die hierbei in größerm Maße als bei Kupferdraht stattfindenden Leitungsverluste sucht man dadurch auszugleichen, daß man für die Eisendrähte größere Querschnitte wählt. LJ., bei naturwissenschaftlichen Namen Abkürzung für Lejeune (Alexandre Louis Simon). Leiean (Guillaume), berühmter Reisender, geb. 1828 zu Plouégat-Guerand im Depart. Finistére, widmete sich in Paris geogr. Studien, erhielt von der franz. Regierung den Auftrag zu topogr., histor. und ethnogr. Forschungen auf der Balkanhalbinsel und war auf sechsjährigen Reisen (1857, 1858, 1867—70) bemüht, das Material zu einem großen Kartenwerke in 49 Blättern zu sammeln, von denen er 20 vollendet hinterlassen hat. Ferner erschien L.s „Ethnographie der europ. Türkei» in Petermanns Mitteilungen »(Ergänzungsheft Nr. 4, 1861). Im J. 1860 ging L. nach den obern Nilländern besuchte Kordofan, befuhr den Weißen Nil bis Gondokoro und den Bahr-el-Ghasal, von dem er die erste bessere Karte zeichnete, und ging 1862 als franz. Konsul nach Abessinien, wo er, in den Konflikt des Königs Theodorus mit den Europäern verwickelt. im Sept. 1863 des Landes verwiesen wurde. Nachdem er 1864 noch Kassala und die Bogosländer im Norden von Abessinien besucht hatte, kam er in demselben Jahre nach Paris zurück und schrieb seine Voyage aux deux Nils (Par. 1865, mit Atlas) und «Théodore II, le nouvel empire d'Abyssinie et les intérêts françaiso (1865). Gegen Ende 1865 trat er eine Reise durch Kleinasien, Mesopotamien, den Persischen Golf und die Indusländer bis Kaschmir an und setzte seit 1867 seine Forschungen in der Türkei fort. Er starb 1. Febr. 1871 in seinem Geburtsort. Die meisten seiner zahlreichen Arbeiten, namentlich die Reiseberichte und Karten, sind in Zeitschriften zerstreut. Vgl. Cortambert, „Guillaume L. et ses voyages (Par. 1872). Lejeune (Alexandre Louis Simon), belg. Botaniker, geb. 23. Dez. 1779 zu Verviers, gest. daselbst 28. Dez. 1858, veröffentlichte: „Flore de Spaa (3 Bde., Lüttich 1811—16) und Choix des plantes de Belgiquen (2 Bde., Lüttich 1825 -30). Lejeune-Dirichlet, s. Dirichlet (Peter Gustav Lejeune).