Lenormant (Charles), franz. Altertumsforscher und Numismatiker, geb. 1. Juni 1802 in Paris, studierte anfangs Jurisprudenz, bis eine Reise nach Italien in ihm den Geschmack für archäol. Studien erweckte. Mit seinem Freunde Champollion dem Jüngern bereiste er 1828 Agypten und nahm sodann Anteil an den Arbeiten der Morea-Kommission. Er wurde 1837 Konservator bei der Abteilung der Bücher in der Nationalbibliothek, und 1840 im Antikenkabinett des Louvre. Außerdem war er seit 1835 Stellvertreter Guizots an der Sorbonne, wo seine orthodox katholisch gefärbten Vorlesungen mehrfach, besonders 1846, tumultuarische Auftritte veranlaßten, welche die Einstellung derselben zur Folge hatten. L. wurde 1848 als Professor der ägypt. Archäologie an das College de France berufen und starb 24. Nov. 1859 zu Athen. Von seinen Arbeiten sind hervorzuheben: Trésor de numismatique et de glyptiguer (5 Bde., 1836 —50), unter Mitwirkung von Paul Delaroche und Henriquel-Dupont; Elite des monuments céramographiqueso (3 Bde., 1844—57). Frangois L., der Sohn des vorigen, geb. 17. Jan. 1837 zu Paris, widmete sich ebenfalls dem archäol. und numismatischen Fach, wurde 1862 Unterbibliothekar des Instituts und 1874 Professor der Archäologie an der großen pariser Bibliothek. Er starb 10. Dez. 1883 in Paris. Unter seinen Schriften sind hervorzuheben: «Manuel d'histoire ancienne de l'Orient jusqu'aux guerres médiqueso (3. Aufl., 3 Bde., 1869; deutsch, 2 Bde., Berl. 1869; 2. Aufl. 1871), an welches sich ein „Atlaso (1869) anschließt; ferner Lettres assyriologiques et épigraphiqueso (4 Bde., 1871—72), „Les premières civilisationss (2 Bde., 1874; deutsch, Jena 1875), Les sciences occultes en Asien (2 Tle., 1874—75; deutsch, Jena 1878), „Les origines de P'histoire d'après la bible et les traditions des peuples orientauxo (Bd. 1—2, 1880—82), La Grande-Grècen (Bd. 1—2, 1881), (Monnaies et médailless (1883).