FeedBiafra-Bai
ErdkundeAfrika Hand-Lexikon 1885

Biafra-Bai, von den Eingebornen „Mafra“ genannt, die nördlichste Einbuchtung des Golfs von Guinea. Ihre nordwestliche Spitze ist das Kap Formosa, unfern dem mittlern Mündungsarm des Kworra (Niger), ihre südöstliche das Kap Ninje oder St.-Jean. Ihre Küstenlänge (etwa zwischen dem 1. und 4.° nördl. Br. und 3040‘ und 7° östl. L. v. Gr.) beträgt ziemlich 900 km. Der nördliche Teil, vom Kap Formosa bis zum Rio del Rey ist niedrig, von zahlreichen Flussmündungen zerrissen und äusserst ungesund. Unmittelbar hinter dem Rio del Rey erhebt sich der imposante Bergstock des Kamerun. Hier wendet die Bai sich südöstlich, dann südlich; und ihre Küste zeigt einen andern Charakter; sie wird geschlossener, dem sandigen Strande lagert eine mächtige Bärre vor, deren Brandung reihen vernehmlich ist; das Ufer ist mit Palmenwäldern bestanden, stellenweise steil und felsicht. Am Horizont zeichnet sich eine dreifache Bergkette, deren nächste und niedrigste die von den Portugiesen „Serra do Cristal“ genannte ist. Die inmitten der Bucht, gegenüber den Bergen aufsteigende sl Fernando Po Sechohl den. malerischen Gesamteindruck der durch ihr ungesundes Klima leider dem Europäer gefährlichen Biafra-Bai.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 1, S. 237Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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