
Guinea, grosses Küstenland des westlichen Afrika. DerName „Guinea“ hat weder eine ethnographische, noch eine eigentliche geographische Berechtigung; er entstand im 19. Jahrhundert aus der irrtümlichen Anwendung eines damals dunkel bekannten Namens, welcher einer grossen Sudan-Stadt am Niger (wahrscheinlich Djenne oder Jenne) gehören sollte. Allmählich hat er sich bei den Seeleuten und Geographen eingebürgert und hat Anwendung gefunden über das ganze jetzt unter dem Namen „Guinea-Küste“ bekannte Küstengebiet Westafrikas. Die gewöhnlichen Grenzen des vom Atlantischen Ozean bespülten Landbereichs Guinea sind im Nordwesten die Bucht von Sierra Leone und der Rokelle- oder Seli-Fluss (8% 40' n. Br. und 15° 30’ w. L.), und im Südosten die Biafra-Bai, bezw. das Astuarium des Gabon (0° 30° nördl. Br. und östl. L.). Die Länge dieses Küstengebiets beträgt mehr als 3300 km. Das Kap Palmas, unterm 10. w. L., bildet eine natürliche Scheidelinie des Gebietes. Von Sierra Leone bis zu diesem Kap nimmt die Küste einen südöstlichen Verlauf. Am Kap Palmas biegt sie nach Osten ab und behält diese Richtung bei bis zur Biafra-Bai. Die Breite dieser Zone mag sich über 3 Grade erstrecken; genau bekannt ist sie nicht. Man hat den Namen „Guinea“ häufig auch in einem viel ausgedehnteren Masse in Anwendung genommen, indem man unter ihm auch die ganze Küste bis an den Kongo hinab (bis zum 18." südl. Br.) begriff. WennmandenNamen „Guinea“ in dieser Ausdehnung auffasst, so unterscheidet man dann zwischen „Ober-Guinea“ (daseigentliche Guinea, das sich von Ost nach West nördlich vom Äquator erstreckt) und „Unter-Guinea“ (das von Nord nach Süd bis südlich vom Äquator läuft). Die Verwirrung des Begriffs „Guinea“ ist durch die von den Portugiesen angenommene amtliche Bezeichnung „Portugiesisch-Guinea“ für ihre senegambischen Besitzungen (siehe den Artikel: „Guinea im portugiesischen Besitz“) eine vollständige geworden. Es ist indessen richtiger, den Namen betroffen über die Traurigkeit ihres Anblicks. Das Gestade ist merkwürdig durch seine ununterbrochene Einförmigkeit: keinen Golf, keine Bucht; kein Creek! sein Verlauf ist ein fast absolut geradliniger. Diese Gestaltung istjedenfalls eine Wirkung der Guineaströmung (s. d.), welche von Westen nach Osten arbeitet, die Einbuchtungen „Guinea“ nur auf die erste dieser beiden grossen Landstrecken (nämlich die nördliche) zu beziehen und auf sie bezieht sich auch lediglich das in dem folgenden Gesagte. Wenn man vom Kap Saint- Paul an die Sklavenküste bis zum Nigerdelta hinab segelt, ist man (so berichtet ein französischer Reisender) cht der Gränate. ausfüllt, die Vorgebirge wegrasiert und diese endlose Sandküste, die der Wirkung der Meereswogen einen so schwachen Widerstand leistet, zu ebnen trachtet. Die Küste ist überall niedrig und flach. Das Auge bemerkt auch in der Ferne keine Spur einer Hügelreihe. Was auf: den Karten etc. als Berg bezeichnet ist, sind nur hohe Baumgruppen. In geringer Entfer-. nung vom Lande zeigt eine weisse, schaumige Linie die Lage der Barre an. Auf sie folgt ein langes gelb- ı liches Band: es ist die sandige, von einem grünen Baum- und Gestrüpp-Streifen umsäumte Küste. Über sie hinaus nichts anderes als ein mit Wolken bedeekter Himmel. Die Landung ist mit europäischen Schiffen unausführbar; sie ist selbst mit den landesüblichen Pirogen noch häufig gefahrvoll. Man hat schon manche derselben in einem Augenblick kentern sehen, wo die Barre als sehr gut betrachtet wurde: die geringste Achtlosigkeit oder Ungeschicklichkeit des Fährmanns genügt, um die Piroge zum Kippen zu bringen, die dann in der heftigen Brandung verschwindet. Die Bevölkerung der Guinea-Küste gehört der echten Negerrasse an, in physischer sowohl wie in moralischer Hinsicht. Krasse Unwissenheit, grober Aberglaube, barbarische Wildheit, eine gewisse Unfähigkeit zu jeder geistigen Anstrengung, zu jedem Begriff eines Fortschritts: das sind die der Mehrzahl der Negervölker dieses Teils von Afrika eigentümlichen Charakterzüge. Die europäische Philanthropie hat sich gegen die Sklaverei in den Kolonieen aufgelehnt: hauptsächlich aber die bei den götzendienerischen. Negervölkern übliche Sklaverei sollte abzustellen angestrebt werden; denn grässliche Schilderungen von den aus der absoluten. Wertlosigkeit, mit welcher ein Menschenleben in diesen Gegenden gemessen wird, entspringenden Grausamkeiten und scharenweisen Hinschlachtungen bei Opfern ete. sind von den Reisenden berichtet worden (Hutton, „A voyage to Africa“; Hutchinson, „Ten years Wanderings among the Ethiopians‘ ete.). Die Guinea-Neger zerfallen in eine grosse Menge von Völkerschaften, von denen mehrere Staatswesen von ziemlicher Grösse und Bedeutung gebildet haben, wie besonders die Reiche Aschanti und Dahome (8. d.) bekunden. Die Zahl der Sprachen und Dialekte ist zahllos. Indessen hat sich bei den Seefahrern dieser Gegenden — ohne Rücksicht auf die verschiedenen Völkerschaften und Sprachen — eine Einteilung der Küstenbereiche Guineas heraus gebildet, welche auch von den Geographen angenommen worden ist. Dieselbe teilt Guinea in sieben oder acht Stationen (oder Haupt-Küsten), welche sich, von Westen angefangen, in der nachstehenden Ordnung folgen: Küste von Sierra Leone, Körner- oder Pfefferküste (Liberia), Zahn- oder Elfenbeinküste, Goldküste (Aschanti), Sklavenküste (Dahome), Küste von Benin, “Küste von Calabar, Küste von Biafra. Man sehe das Nähere unter den diesen Abteilungen gewidmetenEinzelartikeln. Die Engländer haben noch eine Bezeichnung Windward-Coast für denjenigen westl “Teil Guineas, welcher, im Nordwesten bis zum Kap Palmas laufend, den in diesen Strichen gewöhnlichen Winden direkt entgegen liegt. Die seefahrenden Nationen Europas haben seit dem 16. Jahrh. an den Küsten Guineas Niederlassungen oder wichtige Handelskontore gebildet. Aber England war, bis zur Besitznahme des im Herzen des Guinea-Golfs gelegenen Kamerun durch Deutschland, die einzige Macht, welche dort ein thatsächliches Übergewicht besass, hauptsächlich infolge der Abtretung der niederländischen Kolonieen 1871. England besitzt fast die ganze Goldküste (s. d.). Ausserdem die Lagosinsel und mehrere Kontore an der Sklavenküste; doch hat auch an dieser und der Lagosküste der deutsche Einfluss bereits viel Geltung erlangt. Frankreich hat 1871 seine Niederlassungen in Grand-Bassam, Assini, Dabou, Ouidah (Whydah), Kotonou aufgegeben, aber seine Besitzrechte an denselben aufrecht erhalten. Mit Ausnahme des Küstengeländes ist Guinea bis auf unsere Zeit den Europäern so gut wie verschlossen geblieben. Die barbarischen Sitten der Neger sowie die Furcht vor dem verderblichen Klima haben europäische Forscher von hier ferngehalten. Abgesehen von einigen Strichen in dem östlichen Teile, ist alles übrige noch JungfräulichesGebiet für dieForschung. Auch kennt man nur sehr wenig von der inneren Geographie des Landes. Von den Flüssen und Wasserläufen (ausser dem Niger, dem Volta und dem Prah und einigen wenigen anderen) kennt man ausschliesslich nur die Mündungen. Von der Gestaltung des Landes hat man nur erst unbestimmte Kenntnis; von den Völkerschaften des Innern kennt man kaum mehr als die Namen. Die Küsten besonders an der östlichen Hälfte dieser langen Zone sind niedrig, feucht, mit einer halb im Wasser ertränkten Vegetation bedeckt und mit ungeheuren Lagunen besetzt, aus denen verderbliche Dünste aufsteigen. Die Luft wimmelt von Insekten, die Wälder von reissendem Getier, das Wasser von gefährlichen Reptilien. Soweit man indessen nach demjenigen urteilen darf, was an einigen Stellen von Europäern beobachtet worden ist, erhebt sich das Terrain terrassenförmig in demselben Verhältnis als die Entfernung von der Küste zunimmt, und mit dieser Erhebung des Bodens wird das Klima gemässigter und für europäische Konstitutionen geeigneter. Man hat viel berichtet von einer nach Ost reichend, unter dem Namen „Kong“ die ganze Länge der Guineaküste in Entfernung weniger Tagereisen vom Meere begleiten, das @uineagebiet von den Innergegenden des Sudan scheiden solle. Aber nur wenige Europäer haben diese Berge bis jetzt gesehen (Reade, Bonnat, Zweifel, Moustier). Das Wort „Kong“ bezeichnet in der Sprache der Malinke- oder Madingwe-Neger einen hohen Berg. Dass eine lange Bergkette zwischen dem innern Becken des Niger (des grossen Sudanflusses) und den zahlreichen Flüssen des Küstengebiets besteht, ist eine bekannte Thatsache; aber über die Natur, Richtungund Abzweigungen dieser Bergkette wissen wir nichts Sicheres. Alles scheint vielmehr darauf hinzudeuten, dass diese Scheidelinie durch kleine, voneinander isolierte Ketten gebildet wird, und fast als gewiss darf angenommen werden, dass sie sich ostwärts nicht soweit erstreckt als man dies angenommen hat. Einitalienischer Missionär, Borghero, welcher über das östliche Guinea schätzenswerte Bemerkungen eingeteilt hat, hat festgestellt, dass die Gegend oberhalb von Dahome und von Benin keine wirklichen Berge aufzuweisen hat, sondern lediglich ein hügelichtes Land ist. Die Linie des sogenannten „Kong“ würde man demnach, statt bis zum untern Niger im 4.9 östl. L., nur bis zum 4. oder 5.0 westl. L., (nach Borghero’s Mitteilungen, welche allerdings die Bestätigung anderer Forscher erheischen) zu ziehen haben. Sicher jedoch scheint es zu sein, dass der Niger in der Gegend des 71/,. Breitegrades, etwa 30 Meilen oberhalb seines Deltas, einen Pass durchbricht, welcher rechts und links von 400—500 m hohen Bergen gebildet wird (Laird and Oldfield, „Expedition to the river Niger* ete.). In der unendlichen Zahl von Flüssen, welche an der Guinea-Küste münden, sind die bemerkenswertesten: derSaint-Paul (an der Küste von Liberia), der Assini, der Tando, der Prah, der Volta (an der Goldküste), der Ogun oder Lagos (an der Ostgrenze Dahomes), derNiger und sein umfangreiches Delta, endlich im Innern der Biafra-Bai der Alt-Kalabar. Geschichtlich ist über den Küsten: bereich Guinea das Nachstehende wissenswert: Im 14. Jahrhundert spätestens fingen die Europäer an, gerüchtweise, wahrscheinlich aus dem Munde der Mauren, Kunde zu erhalten über den Handel, welchen die Kaufleute des Kaiserreichs Marokko auf Karawanenwegen mit einem reichen Lande des zentralen Afrika unterhielten, das „Ginyia“ oder „Gineua“ heisse, von einem Negervolk bewohnt und reich an Gold sei. Die merkwürdige katalanische Karte, welche die königl. Bıbliothek in Paris aufbewahrt und das Datum des Jahres 1375 trägt, zeichnet ausdrücklich im „Ouedy Dara’h“ den Weg, auf welchem diese maurischen Handelsexpeditionen ihren Weg nach Guinea nahmen. Dies Land wurde durch Leo Africanus und Marmol so deutlich beschrieben, dass an seiner Identität mit dem Innerlande, dessen Hauptstadt &eny oder Genne jetzt durch die Berichte mehrerer Reisenden (besonders Rene Caillie's) bekannt geworden ist, kein /weifelmehr aufkommen durfte. „Dies Königreich“, berichtet Leo Africanus, „durch arabische Kaufleute Gheneoa, durchseineeignen Bewohner „Ghenni‘, durch die Portugiesen und andere VölkerEuropas, welche vonihm Kunde haben, „Ginea“ genannt, ist zwischen Gualata im Westen, Tombutto im Osten und Milli im Süden. gelegen.“ Soleher Art bekannt war das Land, von. welchem der Infant Heinrich von Portugal nach der Einnahme von Sebta (des Ceuta der Spanier) 1415 Kunde vernahm in seinen Gesprächen mit den gelehrten Mauren, die er über die fernen Länder des innern Afrika befragte. Als später die portugiesischen Seefahrer, welche der Infant zur Entdeckung der afrikanischen Küstenländer aussandte, an den maurischen Kütten Araber gefangen nahmen, die sie dann gegen ein Lösegeld wieder freigaben, erhielten sie oftmals Neger (Yoloffs) und Gold aus Guinea an Zahlungsstatt. Ob nun die Yolofis damals wirklich dem König von Djenne tributpflichtig waren, oder ob. die Portugiesen die Sache nicht genau nahmen, kurz: sie gewöhnten sich daran, die Yoloffs als „Neger von Guinea“ anzusehen und mithin den Namen Guinea dem Küstenlande zu geben, welches das linke Senegalufer als Ausgangspunkt hatte. An diesem Flusse oder wenigstens einem. Arme desselben (der genau aus dem Lande flösse, welches von den Arabern Guinauha, von den Negern Gonna, Janny oder Genny genannt wurde) sollten, wie Joäo de Barros erzählt, die grossen Städte Tungubutu und Guine (oder Genni) liegen. Die portugiesischen Seefahrer hatten also die Überzeugung, dass sie auf die Entdeckung Guineas auszögen, und dieses Wort wurde zu einer Art Losung für sie. Diniz Fernandez war der erste, welcher im Jahre 1446 die Mündung des Senegal erreichte und überschritt und seine Rekognoszierungen bis zum Kap Vert erstreckte. Nufo Tristäo drang im folgenden Jahre abermals bis zu diesem Flusse vor, starb aber hier. Ein paar Monate nach ihm gelangte Alvaro Fernandez bis zu den Idolen-Inseln. Pedro de Cintra und Soeiro da Costa gelangten hierauf bis nach Sierra Leone, der:letztere trug seinen Namen kurz darauf bis zum Assini-Flusse, während Joäo de Santarem und Pero Escovar 1471 den Goldmarkt (später Kontor Elmina genannt) erreichten und bis zum Kay Sainte- Catherine drangen. Endlich schaute 1484 Diogo Cam auf seiner ersten Reise den Kongo; im Jahre darauf, auf seiner. zweiten Reise, erreichte er das Kap Negro: den äussersten Punkt, auf welchen der Name Guinea jemals nach Süden zu sich erstreckt hat. Nachdem König Johann II. von Portugal seinen offiziellen Titeln den Titel eines „seigneur de Guinee* angefügt hatte, bildeten alle bis dahin durch seine Unterthanen bekannt gewordenen Küstengebiete, gleichwie das von seinen Karavellen befahrene Meer das alleinige, durch eine feierliche Urkundenahme bestätigte Besitztum der portugiesischen Krone. Wie schon im Artikel „Goldküste* erwähnt, behaupten die Franzosen, dass Seefahrer aus Dieppe schon drei Vierteljahrhunderte früher als die Portugiesen an der Guineaküste gelandet seien. Die betreffenden urkundlichen Nachweise hierüber sollen 1694 bei dem Bombardement von Dieppe durch die Engländer vernichtet worden sein. Als Stütze für diese Behauptung dient den Franzosen der Reisebericht eines Bediensteten der „Compagnie des Indes“, namens Villault de Bellefonds, welcher 1666 nach Guinea gereist ist und bei seiner Heimkehr nach Frankreich, in einer dem Minister Colbert 1669 gewidmeten Schrift über die Spuren dieser alten französischen Niederlassungen, die er an mehreren Punkten angetroffen habe, ausführlich berichtete. Nachihm sollen die Diepper Seeleute 1364 mit zwei Handelsschiffen von je hundert Tonnen Last die Kanarischen Inseln erreicht haben, von dort um Weihnachten herum nach dem Kap Vert gesteuert und vor dem Rio Fresca in der noch heute den Namen Baye de Frauce tragenden Bucht gelandet sein. Bei ihrer Abfahrt vom Kap Vert (das sie wegen des ewigen Grüns um dasselbe so benannt hätten) seien sie nach Südost gesteuert und nach Boulombel oder Sierra Leone (wie die Portugiesen es genannt) gekommen; von dort hätten sie das Kap Moule umschiftt und an der Mündung eines kleinen Flusses nahe von Rio-Dextos Land gefasst, wo sie zwischen zwei Hügeln eine kleine Niederlassung, von ihnen (wegen der Ähnlichkeit des Platzes mit ihrer Heimat) Petit-Dieppe getauft, angelegt hätten. (Es ist die heutige Liberia-Küste, etwa 50 Stunden vom Kap Palmas.) Dort sollen sie ihre Schiffe mit Elfenbein und Malaguetta-Pfeffer beladen haben und 1365 gegen Ende Mai nach Dieppe zurückgekehrt sein. Die Gründung von „la Mine“ (heute Elmina) soll, nach Villault der Bellefonds, durch die Diepper im Jahre 1383 erfolgt sein; den Namen hätten sie ihm „wegen der Menge Goldes, die in der Gegend gefunden würde“, gegeben. Im Jahre 1595 kamen die Niederländer an die Guineaküste, und 1604 wurden die Portugiesen von diesen und den Engländern fast ganz aus Ober-Guinea vertriebenund aufNieder-Guinea beschränkt. Nun legten auch die Engländer Forts und Handelsplätze an, aber die Holländer neckten sie und schadeten ihnen auf alle Weise, Um sich an ihnen zu rächen, nahm eine englische Flotte 1664 mitten im Frieden alle holländischen Forts in Guinea weg, doch eroberte sie Ruyter in kurzem wieder. Auch Cape-Coast-Castle hatten 1661 die Engländer den Franzosen abgenommen und liessen es von einer privilegierten Gesellschaft regieren. Als aber diese 1750 die Regierung um Geldunterstützung ansprach, wurden die Privilegien der Gesellschaft aufgehoben und der Handel freigegeben; die politische Regierung blieb in den Händen der Afrikanischen Kompagnie, welche von der Regierung einen Zuschuss zur Erhaltung der Forts und ÖOrtsregierung erhielt. Auch die Dänisch-westindische Kompagnie hatte Besitzungen in Guinea erworben, welche sie 1754 an die dänische Regierung abtrat. Im Jahre 1787 gründeten sodann die Briten die Kolonie Sierra Leone. In den Jahren 1818 und 1824 erlitten die europäischen Besitzungen grossen Schaden durch die Überfälleder Ashantis, doch behaupteten endlich die Engländer die Oberhand. Nordamerikanische Vereine haben inzwischen 1520 und 1833 zur Kolonisierung der freien 2 Farbigen der Vereinigten Staaten die beiden Negerrepubliken Liberia und Maryland gegründet, welche seit & 1849 die Anerkennung als selbstständige Staaten erhalten haben. Die dänischen Besitzungen, zu welchen seit 1720 auch die vom Kurfürst von Brandenburg angelegte Kolonie Grossfriedrichsburg gehörte, gingen 1849 an die Engländer über. Über die jüngstenErwerbungen Englands(1871) sowie über die Fussfassung Deutschlands an dieser Küste ist schon weiter oben gesprochen.