Cayor, Küstenland am Senegal, das sich längs der Küste von der Mündung des Senegal bis zur grossen Halbinsel des Kap Vert in einer Länge von etwa 160 km erstreckt. Nach dem Innern erstreckt es sich im Norden etwa 100, im Süden (zwischen Walo im Norden, Yolofim Osten und Baol im Süden) nur etwa 30 km tief. Es ist das bevölkertste dieser drei von Yoloffs bewohnten Gebiete. C. ist ein sandiges, sehr wasserarmes Land, dagegen reich an Sanddünen und in den Küstenstrichen an Lagunen. An diese Dünen- und Lagunenzone schliesst sich eine Zone niedern Strauchwerks, und erst hinter dieser kommt der Wald und die dichter bevölkerte Strecke der Landschaft. Der Herrscher führt den Titel „Damel‘, seine Residenz ist der grosse Weiler Ne 85 km südl. von Saint-Louis. Der anWalo stossende nördliche Teil von C. führt den Namen N’diambour; seine Gewässer münden in den Senegal teils mittels des Merinaghen-Flusses, teils mittels des Sees von Guier oder Paniefu. Die diesen Strich bewohnenden Yoloffs sindmeist Mohammedaner, die anderen Yoloffs aber Fetischisten. Produziert werden Reis und Mais. Der Boden eignet sich vorzugsweise für die Kultur der Erdnuss: Baumwollbaum und Indigofarn wachsen wild. Seit 1865, wo die Yoloffs die Fransind die Landschaften N’ diambur, M’bauar, Ardal und Soniokhor, d.h. die ganze Küstenstrecke von Sun Louis bis zur Halbinsel Kap Veit französisches Territorium geworden und bilden eine Dependenz von Saint-Louis. Die Anlage einer Eisenbahn, welche das französ. Cayor mit Saint-Louis am Hafen von Dakar, Goree gegenüber, verbinden soll, ist geplant. Der Damel, welcher nur das Inne:- land von Cayor behalten hat, hat sich als Vasall Frankreichs und dessen Regierung tributpflichtig erklärt.