Senégal, einer der großen Ströme des nordwestl. Afrika, 1580 kmelang, entsteht aus zahlreichen Quellflüssen, die einen 300 km in westöstl. Richtung breiten Bezirk einnehmen. Die bedeutendsten sind der Bafing und der Bakhoy (Bachoy). Der Bafing oder Baleo, d. h. der Schwarze Fluß, der als der Hauptquellfluß des S. gilt, hat seine Quelle nördlich vom Berge Sere, 80 km südlich von der Quelle des Gambia. Unterhalb des Vereinigungspunktes von Bafing und Bakhoy bildet der Strom die großen Wasserfälle von Guina und 54 km weiterhin, bei Medine, die Felu-Katarakte. Unterhalb der Katarakte tritt der S. in das Tiefland Senegambiens und nimmt oberhalb des Fort Bakel seinen größten Nebenfluß, den von Süden kommenden wasserreichen Falémé, auf. Von Bakel an wird der S. endlich zu einem schönen, klaren und ruhigen Strome, der egen NW. in einem Sand⸗ und Kiesbett dahinlutet und in der Regenzeit von Juli bis November bis zu den Felu-Katarakten für größere Schiffe und Dampfer fahrbar ist, während er in der trockenen Jahreszeit nur bis Masu, 380 km von der Mündung, sich schiffbar erweist. Unterhalb Bakel krümmt sich der S. in unzählige Windungen und bildet große, äußerst fruchtbare Inseln, darunter die Elfenbeininsel oder Morfil. Etwa 266 km oberhalb seiner Mündung, wo der Strom eine Breite von über 300 m bei einer Tiefe von fast 8 m hat, zerteilt sich der S. in mehrere Arme, die ein weites Delta bilden. Fürchterliche Brandungen und eine in der trockenen Jahreszeit nur gegen 3 metiefe Barre erschweren ganz ungemein, monatelang, das Einlaufen in den Strom. An der Mündung liegen mehrere Inseln, darunter St.⸗Louis mit einer Hauptniederlassung der Franzosen. Die periodischen üÜberschwemmungen machen das anstoßende Tiefland durch den zurückgelassenen Schlamm sehr fruchtbar, aber auch ungesund. Der Strom ist der an Krokodilen und Nilpferden reiche Chretes oder Chremetes des Karthagers Hanno und wird von spätern Autoren auch Stachir und Bambotus (d. i. phöniz. nahal-behemöth, Fluß der Nilpferde) genannt. Der S. wurde 1447 von dem Portugiesen Lancerota wieder entdeckt und nach den Senega-Berbern an seiner Mündung benannt. Unter Senegal versteht man auch, wenn von Kolonialbesitzungen die Rede ist, das Land Senegambien (s. d.).