Fellahs’(Fellachen), die arme, verachtete, zu Tagelöhnern herabgedrückte und unter harter Arbeit und Abgaben fast erliegende Menschenklasse Ägyptens; sie ist zur Erzeusung der Bodenprodukte und zur Ablieferung derselben in die Regierungsmagazine verpflichtet, erhält für den Ertrag ihrer Ernte eine bestimmte Vergütung, eine ebensolche für die zur Bestellung der Äcker nötigen Tiere und Werkzeuge. Auf ihrem, vonder Regierungihnen zugewiesenen, vom Nil überschwemmten Boden ruht ausserdem eine Grundsteuer, welche die Regierung einzieht. Die F. sind in Schmutz und Stumpfsinn versunken, ohne Grundbesitz und als Leibeigenen an die Scholle gefesselt. Die in den Städten lebenden F. befinden sich in einer etwas besseren Lage; sie treiben Gewerbe und Kleinhandel und gelangen öfters zu Wohlhabenheit. Unter den Gewerben, welche von den F. betrieben werden, sind die Töpferei (schöne typische Ware), die moderne Weberei, Wirkerei, das Schönfärben, die Seifen-, die Zuckersiederei die wichtigeren; sıe sind durch (mit Ausnahme der Töpferei) fremde Werkmeister eingeführt worden und werden mit europäischen Maschinen betrieben. Die Kleidung des männlichen Fellachen besteht aus einem meist indigoblauen Baumwollenkittel, kurzen weiten Hosen und einer Filz- oder Baumwollenkappe (Libde, Takie); als Überwurf dient ihm ein weites mantelähnliches Kleidungsstück von meist schwarzer Farbe (Djellaba, Surie). Die Fellachin trägt ein langes baumwollenes Hemd, ebenfalls von blauer Farbe oder einen grob-, auch baumwollenen Umwurf von brauner Farbe, der in malerische Falten gelest wird, schwarzes Kopftuch und schwarz gefärbten Gesichtsschleier.