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GeschichteAfrika Hand-Lexikon 1885

Fittri ist zum Teil sumpfiges Land und nach der Regenzeit in hohem Grade ungesund. Es enthält gegen hundert Ortschaften, die von Bulalas, nach Abstammungund Sprache Araber (aus Kanem stammend) und Kukas, einem den Baghirmis verwandten Stamme (aus Wadai eingewandert) bewohnt werden. Ein drittes Element der Bevölkerung von F. bilden die Abu-Simmim; sie gelten als die Ureinwohner und sind jetzt auf einige Dörfer und auf die Inseln im See beschränkt. Nachtigal schätzt. die Zahl der Ortschaften aut 100 mit je durchschnittlich 150 Häusern und 6 Einwohnern pro Haus, wonach die Bevölkerung von F. sich auf annähernd YUV L.O0 Köpfe belaufen würde. Hierzu tritt die im Sommer ihre Kamele weidende Nomaden-Bevölkerung, die aus zwei Elementen besteht: Tibbus und Arabern; zu den ersteren gehören die Kreda und einige andere Stämme, zu den letzteren die Beni-Maleki, die Djaatena und die Hamide (drei Wadai-Stämme). Das Königreich F. steht unter der Oberhoheitdes Sultansvon Wadai. Der kleine Staat bildet den schwächlichen Überrest des grossen Kaiserreichs Bulala, dessen Glanz und Grösse noch, Leo Africanus auf seinen Reisen geschaut hat. Der alte Ruhm der Bulala lebt so mächtig in den dortigen Landen, dass der persönliche Rang des fürstlichen Vasallen von F. demjenigen seines neuen Oberherrn noch jetzt überlegen ist. Wenn die beiden Herrscher sich begegnen, so steigt der Sultan von Wadai zuerst vom Pferde; treten sie in ein Haus ein, so geht der Lehnfürst voraus und der Öberherr folst.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 1, S. 429Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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