Hanssens, Kapitän, wurde von Henry Stanley 1884 mit einer Expedition von 3 Adjunkten und 50 teils sansibarischen, teils eingeborenen Dienern, ferner 3 Dampfvooten und 2 Walfischbooten, nach dem oberen Kongo ausgesandt, um die praktischen Resultate der am 20. Jan. 15°4 beendeten 144 tägigen, mit Errichtung der Stationen Lonkolüla und Stanleyfalls geschlossenen zweiten Kongofahrt Stanleys im Interesse der Belgischen internationalen Association zu verwerten. H. schiffte sich am 25. März 1884 ein; die Fahrt zwischen Stanleypool und der Äquatorstation oing glatt von statten (in Kwamouth, Bolobo, Lonkolüla und am Äquator wurde er freundlich aufgenommen und die Association anerkannt). In Station Mtonsa traf H. mit de Brazza-Savorgnan zusammen und in Ngonda, zwischen Lonkolüla und dem Äquator, errichtete H. eine neue Station. Im Mai kam H. zu den gefürchteten Bangala-Stämmen, fand aber auch bei ihnen freundliche Aufnahme, erhielt ein Gebiet abgetreten und errichtete dort eine neue unter Leutnant Boquilhat’s Befehl gestellte Station, 130 km weiter stromauf, noch im Gebiet der Bangalas, stiess H. auf die Einmündung des nordöstlich strömenden Ugala (mittlere Breite 600 m), der aus einem 15 Tagereisen entfernten See Bonkumba entspringen soll und auf dessen linken Ufer, nahe seiner Mündung in den Kongo, das bedeutende Dorf Molika liegt. Hierauf befuhr H. 75 km weit den durch Stanley entdeckten, ebenfalls nordöstlich strömenden Itimbiri (Mbulu oder Bulumbu), dessen Breite zwischen 400 und 800 m variiert, und dessen linkes Ufer ausserordentlich bevölkert ist. H. stellte die Existenz von 4 wichtigen Gebieten, am rechten Ufer Itembo, am linken Ufer Bonsembi, Libuki und Bumbumi fest. Itembo liegt stromaufwärts am Zusammenfluss des Itimbiri und Kongo, und ist von dem Yankoone-Stamme angehörigen Eingeborenen bewohnt; hier hielt sich H. länger anf und vollzog mit dem Häuptling Mulingi den Blutaustausch. Er fand den ganzen Teil des Kongolaufs auf dem nördlichen Ufer zwischen den Zuflüssen des Nzala und des Mbula ausserordentlich bevölkert und überalllebhaften Handel in Elfenbein und Sklaven. Der Zusammen-Auss mit dem Arruchouimi wird auf beiden Ufern durch den Basokostamm, mit welchen schon Stanley 1877 so schwere Kämpfe zu bestehen hatte, bewohnt. Aber auch hier wurde H. freundlich aufgenommen, verweilte vom 21.—25. Juni und erhielt Gebiet zur Errichtung einer Station angewiesen, in welcher er einige Haussas zurückliess. Die Basokos geben dem Strome den Namen Ubingi. In betreff des Arruchouimi stellte H. fest, dass dieser gewaltige Strom in dem Teile seines Lautfes, wo sich der Ubingi ergiesst, der Kongo selbst ist. Über Mayumbe, nachdem er auch die Waganya besucht, kam er am 3. Juli nach Stanleyfalls und traf am 6. August nach 136 tägiger Abwesenheit und nachdem er eine Strecke von 1700 km durchzogen, in Stanleypool wieder an. — Kurz darauf unternahm er, abermals von zwei Adjunkten begleitet, eine zweite Fahrt nach dem Ober-Kongo und schloss neue Verträge und Landabtretungen ab. Mitte Dezember kehrte er zurück, begal) sich von Leopoldville nach Vivi, wollte sich am 17. Dezember nach Belgien einschiffen, entschloss sich aber auf Bitten des Generalverwalters de Winton, noch länger am Kongo zu bleiben, und starb, 42 Jahre alt, am 27. Dzbr. in Vivi (der 17. Agent der Association, der am Kongo verstorben ist).