Kankan, Stadt im westl. Sudan, am linken Ufer des hier mehr als 100 m breiten Milo, rechtsseitigen Zuflusses des Dscholiba oder obern Niger, etwa 260 km südwestlich von Bamaku, 10° nördl. Br. — K., einer der berühmtesten Handelsplätze dieser Gegend des Sudan, wurde 1527 durch Cailliaud besucht, den einzigen Europäer, welchem es gelang, bis hierher zu dringen. Es ist der Hauptort von dem an beiden Ufern des Milo sich hinziehenden Neger-Lande Batedugu, das von Bambarras und von Soninkes bewohnt wird; die letzteren sind, obgleich sie an Zahl schwächer sind, die einflussreichsten und beherrschen das Land. Man zählt acht grosse Ortschaften auf diesem Gebiet, mit einer Bevölkerung von zusammen etwa 6000 Seelen; davon entfallen auf K. 2000. — K. ist einer der bekanntesten Sklavenmärkte dieser @egend des Sudan. Aus Wassulu, Sankaran und den von Samory verwüsteten Landstrichen werden die Sklaven hierher getrieben. Dieser Fürst hat das von seinem Volksstamme bewohnte K. verschont und ihm nur einen Tribut auferlegt. Es wird auch, da es: hinter der engl. Kolonie Sierra Leone gelegen ist, oft von englischen Händlern besucht.