
Kapstadt (englisch „Cape - Towns, französ. „Le Cap“ genannt), Haupt. stadt dr englischen Kapkolonie, am Südende Afrikas (18023' 55 östl, L. v. Gr., 33056’ südl. Br.) am Südufer der geräumigen Tafel-Bai (englisch Table Bay), die ihren Namen nach dem Berge mit dem abgeplatteten Gipfel führt, welcher sich südlich von der Stadt in einer Entfernung von etwa ö km erhebt. K. liest‘ 5U ‚km nordwärts vom Kap der guten Hoffnung, welches die Südspitze einer hohen Halbinsel bildet. Ihre Bevölkerung bezifferte sich 1865 auf 28457 Seelen (davon 15118 Europäer); 1575 auf 32907 Seelen. — Kapstadt ist in 12 Distrikte, jeder Distrikt in 4 wards (Stadtviertel) eingeteilt. Es ist schön gebaut. Die Häuser sind sauber und nicht hoch; viele zeigen noch heute das niederländische Gepräge. Die Strassen sind breit und schneiden sich rechtwinkelis; sie münden zumeist auf weite Plä'ze und sind so angelegt, dass sie die herrschenden Südost- und Nordwestwinde direkt aufnehmen. K. hat keine Kais; auf der einen Seite wird es durch eine Citadelle, auf der andern durch die Batterie Amsterdam geschützt. Protestantische Tempel und Kirchen, wie auch eine katholische, befinden sich hier; ferner Museum, botanischer Garten, Bibliothek (mit 30000 Bänden), ein Theater, zwei Hospitäler ete.; ausserhalb der Stadt, etwa 8 km entfernt, liegt das Observatorium (berühmt durch Herschels Arbeiten). Es erscheinen hier mehrere englische und holländische Journale. Kapstadt wurde 1652 durch die Niederländer auf der Stelle, wo es sich noch jetzt befindet, gegründet; es verblieb in dem Besitze derselben (mit Ausnahme der Jahre 1795 — 1802) bis 1806. Seit 1806 ist es eine britische Stadt. Der Handel Kapstadts ist sehr bedeutend; 1874 verkehrten hier 1105 Schiffe mit einem Gehalt von 685836 Tonnen; die Einfuhr wertete 135000, die Ausfuhr 103000 Pfd. Sterl. Hauptausfuhr-Artikel sind Wolle und Diamanten. Briefe von Berlin nach der K. laufen 34 Tage. — Seit dem Kriege der Engländer gegen die Sulu läuft von Aden aus über Sansibar und Natal ein submarines Kabel bis