Kikonkeh, Landgebiet des westl. Afrika, von der englischen Kolonie Sierra Leoneabnängig(1881:52Einw.). Kilima-N’djaro (das heisst „Berg [Kilima] der Grösse* oder „der Karawanen“|N’djaro]), von den Dschagga „Kibo“ genannt; Berg im östlichen Afıika, vulkanischen Ursprungs und mit ewigem Schnee bedeckt trotz seiner Lage nahe dem Äquator. Er steigt als ein isolierter Berg empor, welcher den südlichen Ausläufer der Gebirgsketten bildet, deren nördliches Ende, unter dem Äquator, der Kenia zu bilden scheint. Er liegt unter 306‘ südl. Br. und 3503‘ ö. L., etwas weiter als 300 km nordwestl. vom Hafen von Mombasa. Die Missionäre Rebmann und Krapf sind die ersten Buropäer, welche 1848 diesen merkwürdigen Berg gesehen und das Vorhandensein von Schneebergen angezeigt haben. Die Wahrheit dieses Phänomens wurde seitdem mehrfach bestätigt, nämlich durch Baron von der Decken, welcher 1861 mit I'hornton von Mombas aus eine Expedition nach den hohen Bergländern des Kilima N’djaro unternahm und die Höhe dieses vulkanischen Schneeberges bestimmte, während derselbe Reisende auf einer zweiten Expedition im Oktober 1862 den Berg in Begleitung des Altenburgers Otto Kersten bis zu einer Höhe von 4236 m erstieg; er bestimmte die Höhe des westlichen Gipfels auf 5694 m, diejenige des östlichen auf 4954 m. Der ewige Schnee steigt auf dem höhern Pik bis zu 4700, selbst 3600 m herab; jede Vegetation hört zwischen 8600 und 3700 m auf. Im Jahre 1871 hatte in Begleitung des Karawanenführers Sadi der englische Missionär New von Mombas aus eine Expedition nach dem Kilima N’djaro unternommen, den er bis zur Schneelinie erstieg und auf welchem er bis zu derselben hinauf sieben Vegetationszonen unterschied. Im Jahre 1877 sah Hildebrandt den Kilimandjaro abermals, ohne ihn zu ersteigen, 1883 erforschte 'Thomson auf seiner ‘Reise zum Victoria Nyanza von der südöstlichen oder östlichen, dann auch auf der nördlichen Seite und hat den Anstieg auf mehreren Punkten bewerkstelligt. Seinen Angaben erst verdanken wir die genaue Kenntnis der. Lage, sowie der Begrenzung des Bergstocks; dieselben entfernen sich von denjenigen Deckens nu wenig: für den westlichen Pik (den Kibo der Eingeborenen) nennt er eine Höhe von 5746 m, für den östlichen (Kimawendsi genannt) 4944 m. Wie bekannt, hat die deutsche ostafrikanische Gesellschaft durch die Eıoberung von Djagga ihr Gebiet im Osten Afrikas bis zum Kilima N’djaro erstreckt. Die Litteratur über den R. ist bereits recht bedeutend: Krapf, „Reisen in Ostafrika, ausgeführt in den Jahren 1837—1855 (Kornthal 1858, 2 Bae. 80%); Krapf, „Travels, Researches etc. in Eastern Africa* (London 1860); Kersten, „Baron K. K, v. d. Deckens Reisen in Ostafrika 1359 —65 (4 Bde., 1869— 79); „Lettres du baron von der Decken et de son compagnon le Dr. Kersten“ (vergl. „Zeitschrift für Allgem. Erdkunde“ Nr. 101; 8. 369; Nr. 121, S. 141 u. 149); Baron v. d. Decken, „On the snowy mountains of Eastern Equatorial Africa“; Proceedings of the Royal Geogr. Soc., vol. VII. 8. 5; Thornton, ibidem vol. VI, S. 47; Dr. Roth, „Beschreibung der zweiten Reise der von Herrn von der Decken aus der Gegend des Kilimandscharo mitgebrachten Gebirgsarten (Zeitschrift für Allgemeine Erdkunde Nr. 126, 8. 543, miteiner Decken-Kiepert’schen Karte); Hassenstein, „Bemerkungen zur Karte der Revion des Kilima N’djaro und Kenia in Ostafrika (Petermanns Mitth. 1864, Nr. 12, 8. 449, mit Karte); Charles New, „Life in Eastern Afriea* (London 1875); Hildebrandt, „Meine zweite Reise in Ostafrika* (Globus XXXIH, 1878, Nr. 17, 18 und 19); Hildebrandt, „On his travels in East Africa“ (Proceedings of the Royal Geogr. Soc. 1878, T. VJ, S. 436); Achille Raffray, Voyage chez les Quanika, sur la cöte de Zanguebar (Le Tour de Monde 1878, Bd. XXXV, S. 289 ff), J. Thomson, „Through the Masay Country to Victoria Nyanza* (1884); Dr. Fischer, Reise durchs Masai-Land (1885).