Kilimandscharo, eigentlich Kilima Noscharo, d. h. Schneeberg, der höchste bekannte Berg Afrikas, in dem Gebirgslande Dschagga (s. d.), etwa 300 km im WNW. von Mombas am Indischen Ocean, 480 km im SO. des großen Sees Ukerewe (Victoria Nyansa) und im Quellgebiete des Küstenflusses Rufu, bildet die höchste Masse einer Schneegebirgs—⸗ gruppe, welche durch eine 11—15 km breite Einsenkung in den Großen und den (östlichen) Kleinen K. geschieden wird. Der Große Kilimandscharo, eine gerundete, prachtvolle Kuppe unter 3* 7 südl. Br. und 55 22“ östl. L. von Ferro gelegen, erhebt sich 5703 m; der Kleine Kilimandscharo, mehr ein spitzes Horn, 5500 m. An ersterm liegt die Schneegrenze 5000 m, die Vegetationsgrenze 3333, die Baumgrenze 2896, der höchste Paß 3658, der höchste Wohnort 1483 müber dem Meere. Die Bedingungen zu einer Gletscherbildung hat man nicht entdeckt, aber mächtige Lawinen sind den Reisenden entgegengestürzt. Die Gesteinsmasse der Bergriesen, meist Trachyt, Basalt und Obsidian, beweijen deren vulkanische Natur. Das umliegende Plateau besteht aus Glimmerschiefer. Etwa 110km im W. des Berges erheben sich der Schneeberg Dönjo-Ngai, d. h. Berg Gottes, und der Mero (4487 m); 222 km im N. der etwa 5500 m hohe Kenia oder Ndur-Kenia, d. h. Weißer Berg. Der K. wurde zuerst 11. Mai 1848 vom Missionar Rebmann entdeckt und so wie der Kenia 1849—50 wiederholt vom Missionar Krapf gesehen. Von der Decken erstieg ihn 1861 mit dem Geologen Thornton und 1862 mit Kersten bis zu 4600 m. Der Missionar Charles New erstieg ihn 1871 bis zur Schneegrenze und unterscheidet bis zu derselben sechs Vegetationsregionen.