Kong-Gebirge, grosses noch unerforschtes Gebirge. Es soll im Norden das obere Guinea bedeckenund vom obern Becken des Dscholiba oder Niger-Stromes scheiden. Das Gebirge, welches jedenfalls eine weit geringere Ausdehnung hat, als die alten Karten angeben, erhebt sich zu keiner bedeutei:- den Höhe. ° Seine Wichtigkeit wurde früher überschätzt. Es beschränkt sich, wenigstens in seinem östlichen Teile, auf die Verhältnisse eines blossen Wasserscheide-Rückens. Seinen Namen führt es entweder nach der Stadt Kong, die an seinem südlichen Fusse gelegen ist, oder nach der von Mungo Park beschriebenen Gebirgslandschaft Kongkadu. Nach Zweifel und Moustier, den Erforscheın der Niger- «wuellen, heisst bei den Kissi das den Kongo vom Koranko scheidende Gebirge „Kong*. Soweit angenommen werden darf, ist das Kong- Gebirge eine dem Äquator parallele. Höhenkette, die von Ost nach West streicht und ihren Mittelpunkt im Meridian von Cape Coast Castle zu liegen hat. Die Länge des Kong-Gebirges mag 800—1000 km betragen, in der Gegend vom 9. und 10. Breitengrade. in ihrem westlichen Teile biegt die Kette nach Norden herum hinter das Kap Palmas, von wo sie dem Littorale folgt. ihrem nordwestlichen Ende auf der Höhe von Sierra Leone teilt sich die Kette, in ein Netz von Höhen ohne eine allgemeine Richtung, das sich ohne Zweifel mit den senegambischen Alpen oder den Gebirgen Futa-Djalons vereinigt. Im. Norden sendet das Kong-Gebirge seine Gewässer zum Niger, welcher auf ihm seine Quellen hat. Im Süden speisen die Gewässer des Kong die durchziehenden Flüsse Guineas. Diese Gebirgskette ist wahrscheinlich nur der Sockel der grossen sudanischen Ebene, und ihre mittlere Höhe erscheint wenig beträchtlich. Bis jetzt scheint man den Daro Pik, östlich von Sierra Leone, als ihren Kulmimationspunkt ansehen zu dürfen. Clapperton, welcher das Gebirge nördlich von Lagos durchzog, fand nur eine Höhe von 75V m. Die Kette des Kong ist in dem Punkte, wo sie vom. untern Niger durchschnitten wird, auf der Höhe von Iddat, bekannt, aber man weiss bis zur Stunde noch nicht, ob sie sich weiter nach Osten hin dehnt. Es scheint aus den verschiedenen Beschreibungen hervorzugehen, dass die Kette des Kong aus demselben grauen Granit gebildet ist, welche den Untergrund der Halbinsel Sierra Leone und der Goldküste bildet, wahrscheinlich gemischt mit Syenit und Porphyr. Kapitän Burton meint, dass: die Kette des Kong reich an metallhaltigen Quarzen sein müsste. Er kommt zu diesem Schlusse durch die Goldhaltigkeit des von den Guinea-Flüssen mitgeführten Sandes.