Korata (Koarata, Kuarata), Stadt »n der abessinischen Provinz Beghameder, 60 km westlich von Debra-Tabor, am südöstlichen Gestade des Tana-Sees, nahe der Mündung des Reb und der Gumara, nordöstlich von der Insel Bet-Manso, ein Dutzend Kilometer vom Austritte des Abai oder Blauen Nil. Die Stadt liest auf einem basaltischen Vorgebirge, das in den Tana-See vorspringt, und bedeckt einen ziemlich beträchtlichen Flächenraum. Jede besere Familienwohnung ist mit einem Garten umgeben; die Strassen sind überschattet von Cypern, Sykomoren und Fruchtbäumen, aus denen nur die konisch geformten Dächer der Häuser heraussehen. Korata ist die schönste Stadt Abessiniens; sie ist auch lange Zeit die volkreichste gewesen. Sie zählte zur Zeit, als d’Abbadie dort war, 12000 Einwohner; 1864 war diese Zifter bis auf 2000 (nach Raffray) gesunken, auf 800 —1000 (nach Stecker). Im Jahre 1881 mussten sämtliche muselmännische Bewohner sie räumen. Sie ist indessen das Centrum eines wichtigen Handels geblieben. Zahlreiche „Tankoen“ unterhalten den Verkehr mit den am Gestade des Seees gelegenen Ortschaften. Die Stadt verdankt ihre Wichtiekeit einer alten, auf einem heiligen Hügel gelegenen Kirche, in welche der Negus Negesti und der Bischof (abbuna) allein zu Pferde eintreten dürfen. In der Nachbarschaft werden rötliche Steine gebrochen; weiter im Norden baut man einen vortrefflichen Kaffee. Gleichwie das nördlicher gelegene Ifag, so war auch Korata in ganz Abessinien berühmt durch seinen vorzüglichen Wein, dessen Stock seinerzeit durch die Portugiesen eingeführt worden, aber 1855 zum weitaus grössten Teile zu grunde gegangen ist. : Korbes (Tunisien), s. Hammam-Korbes.