FeedKörnerküste
ErdkundeAfrika Hand-Lexikon 1885

Körnerküste (auch „Pfeiter-* oder „Malaouettaküste“ genannt, nach den hier häufig vorkommenden Paradieskörnerv, welche die Portugiesen Malaguettapfeffer nannten), der südwestlichste Teil von Oberguinea, vom Vorgebirge Mesurado bis zum Kap Palmas. Die ganze Küstenstrecke hat keinen Hafen, nur in der Nähe des Kap Palmas einen guten Ankerplatz, und ist durchweg flach und einförmig, nur im südlichsten Teile steigt das Land sogleich vom Meere aus terrassenförmig hoch auf; in demLande schliesst sich an die Küstenzone ein dichtbewaldetes, von Elefanten und Raubtieren bevölkertes Bergland an. An der Küste münden viele Flüsse, darunter der. St. John. Der Boden der Küstenzone ist meist fruchtbar und bringt ausser Paradieskörnern, Reis und Palmöl in Menge hervor, ernährt auch zahlreiche Herden. Die Einwohner sind Neger, in der Küstenzone zum Stamme der Ashantis gehörig, unter verschiedenen Namen: Dey,. Bassa, Mena u. a.; zu einem grösseren Staate ist die Bevölkerung nie vereint gewesen. Der Handel hat seit der Gründung Monrovias, der Hauptstadt von Liberia, sehr an Ausdehnung gewonnen und steigt immer mehr, namentlich werden Wachs, Häute, Farbehölzer, Reis, Gold und Schildkrötenschalen ausgeführt. Wichtig geworden ist erst die K. seit 1820, seitdem nordamerikanische Missionsgesellschaften Niederlassungen befreiter amerikanischer Negersklaven daselbst anlesten, aus denen 1847 die Republiken Liberia und Maryland-in-Liberia entstanden, denen sich nun mehrere derbenachbarten Volksstämme angeschlossen haben. Ausser diesen republikanischen Staaten sind noch die Negerstaaten Sanguin, ehemals eins der mächtigsten Reiche Guinea’s, und Kru bekannt.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 2, S. 781Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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