Latuka, ein den Bari (s. d.) und den Liria (s. d.) verwandter, südlich von den ersteren wohnhafter Stamm. Sie bewohnen malerische, von granitischen Bergen überragte, baumreiche Landschaften, treiben im grossen Massstabe Viehzucht (in jedem grössern Ort stehen zehn- bis zwölftausend Ochsen) und wohnen in gutgebauten, sicher verpallisadierten Dörfern. Ihre Togule sind glockenförmig. Hauptstadt ihres Gebietes ist Tarangol (s. d.). : Waffen der äusserst kriegerischen L. sind: eisenbeschlagene Keulen, Lanzen, schwertartige Messer und stachelnbesetzte Armbänder; auch tragen sie grosse viereckige Lederschilde. Emin-Bei schildert sie als schlank, von einer mittlern Höhe zwischen 1,70 und 1,75 m; weisen grosse schöne Augen, einen wohlgeformten Mund und, obgleich auch sie die unteren Schneidezähne ausziehen, gute wohlbesetzte Zähne auf. Das Gesicht ist länglich mit nicht vorspringendem Kinn. Die Nasen sind oft geradlinig. Nicht grosse Ohren, meist grosse Hände und ziemlich grosse, plattauftretende Füsse vervollständigen das Bild eines L. Die Frauen sind massig und absolut hässlich, aber sehr fruchtbar. Hauptbeschäftigung der L. ist die Jagd, welcher sie mit Eifer und grossem Mut obliegen. Früher wurde auch Rinder- und Schafzucht eifrig betrieben, doch ist der grosse Wildreichtum des Landes ein Hindernis derselben, indem die Haustiere infolge der vielen Insekten (Zecken, Fliegen etc.) rasch hinsterben.