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ErdkundeBrockhaus 1882

Bari, ein Negervolk am Weißen Nil, zwischen 3. 35 und 65 5 nördl. Br. und 28 50 bis 30 17˙ östl. L. (von Ferro), das nach seinen Überlieferungen vor sechs Generationen von Süden hat eingewandert ist, indem es die Beri vertrieben hat. Sie grenzen 9.5 N. an die Dinkastämme Bor und Eliab, gegen W. an die egen S. an und den Dinkastamm der Mandari, gegen S. an die Madi und Koschi, gegen O. an die Beri und zerfallen in mehrere Stämme: die md die Lav B. am Weißen Nil, die Tschir im N. und die Lauda im S. von denselben. Die Sprache ist 4— aber bildsam und von der der angrenzenden Völkerschaften verschieden. Die B. sind, ungleich den meisten Nilanwohnern, nicht nomadisch, sondern haben feste Wohnsitze, treiben Ackerbau und Viehzucht, die Armern auch Fischerei und Schmiedearbeiten aus dem im Lande vorkommenden Eisen, leben in patriarchalis cher Verfassung unter Häuptlingen und haben Vielweiberei. Während Mädchen und Weiber eine kurze Fransenschürze tragen, gehen die Männer ganz nackt. Die B. sind kriegerisch und liegen oft in blutigem Streit untereinander. Ihr Land ist hügelig und anmutig; es wechseln Grasebenen mit Wäldern; zahlreiche Dörfchen aus runden Strohhütten liegen im Schatten riesiger Bäume. Volk und Land der B. wurden zuerst durch die ägypt. Nilexpedition 1839—42 bekannt, genauer aber erst durch die kath. Missionare, welche daselbst 1849—60 zu Gondokoro eine Station hatten, deren Wirksamkeit jedoch durch die delbmnt u und Sklavenhändler des Weißen Flusses gelähmt wurde. Vgl. Kaufmann, „Schilderungen aus Centralafrika o (Brixen 1862); Friedr. Müller, „Die Sprache der B.v (Wien 1864); derselbe, „Grundriß der Sprachwissenschafto (Bd. 1, 2. Abteil., Wien 1877); Mitterrutzner, Die Sprache der B. (Brixen 1867).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 2, S. 483Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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