
Livingstone, David, engl. Missionär und berühmter Afrikareisender, geb. 19. März 1813 in Blantyre bei Glasgow, war erst Baumwollspinner, beschäftigte sich aber daneben mit Medizin und Theologie und ging 1840 im Dienste der Taondoner ' Missionsgesellschaft als Missionär nach dem Innern des Kaplandes. Er blieb zuerst in Kuruman und heiratete die Tochter des dort schon lange thätigen Missionärs Robert Moffat. Seit 1545 wirkte er im Reich Setschele’s am Rande der Wüste Kalahari, mit dem er 1847 wegen Wassermangels nach Kolobeng übersiedelte. 1849 durchwanderte er in Begleitung Oswells und Murrays von der Missionsstation Kolobene- im Betschuanenland aus die Wüste Kalahari bis zum Ngamisee. Auf einer neuen Reise 151 folgte er der Einladung des Makololohäuptlings Sebitoane, ‘der sogar, um dem Missionär näher zu sein, seinen Wohnsitz weiter südlich nach Linyanti hin verlegte. L. erreichte auf dieser Reise als erster Europäer bei Seschecke den Liambye. 1352 ging L. wieder nach Linyanti, wurde von Sekeletu, Sebitoanes Sohn, freundlich aufgenommen, nach dem Liambye geleitet und hier mit 33, Booten und Leuten zu einer Expedition versehen, welche den Liambye und Liba hinaufging und, bei dem kleinen Dilolosee nordwestlich sich wendend, über denKassabi und Quango nach Kassange vordrang und 31. Mai 1354 bei Loanda die Westküste erreichte. Fast auf demselben Weg kehrte die Expedition nach Linyanti zurück, um gleich darauf den Sambesi stromab zu verfolgen und damit die Durchquerung Afrika’s zu vollenden. Er kam durch die Lupataschlucht in das Delta des Flusses und erreichte bei Killimane 20. Mai 1856 die Ostküste. Auf dieser Reise entdeckte er auch im November 1855 die Vietoriafälle des Sambesi. In die Heimat zurückgekehrt, beschäftigte er sich mit der Herausgabe seines Reisewerks. Im März 1855 begab er sich im Auftrag und auf Kosten der englischen Regierung mit seinem Bruder Charles L. und fünf anderen Europäern (darunter Kirk und der Maler Baines) wiederum nach Quilimane und dem Ländergebiet des Sambesi. Er erforschte den unteren und mittlern Lauf des genannten Stroms und dessen Nebenflusses Schire, verfolgte denselben bis zu seinem. Ursprung aus dem Nyassasee, bei dem er 16. September 1859 anlangte, und entdeckte in der Nähe des letztern einen zweiten grossen See, den Schirwa; auch besuchte er zweimal den Rowuma eine Strecke weit aufwärts. Der eigentliche Zweck der Reise ist indes gewesen, die früheren Rrgebnisse der Livingstoneschen Arbeiten zu vervollständigen, dem Sklavenhandel entgegenzuarbeiten und besonders die Eingeborenen für den Landbau und die Baumwollkultur zu gewinnen. Dem entsprachen die vorgefundenen Verhältnisse nicht, daher kehrte L. 1864 nach England zurück, Aber schon im Herbst 1865 schiffte er sich von neuem ein und landete im Januar 1866 in Sansibar. Kurze Zeit darauf wurde das Gerücht verbreitet, er sei erschlagen worden; infolgedessen ging eine Expedition unter Young, Faulkner, Reid und Bucklay aus, doch überzeugte sich dieselbe bald von der Grundlosigkeit des Gerüchts. L. war den Rowuma hinauf nach dem Nyassasee gegangen, umging das Südufer des letztern, überschritt den schon von den Portugiesen entdeckten Tschambese, einen der fernsten Quellflüsse des Kongo, gelangte im April 1567 an das Südende des Tanganjıka-Sees und wandte sich von da westlich, bis erim April 1868 den Moerosee erreichte, nachdem er einige Wochen zuvor den Lualaba, den Ausfluss des letztgenannten Sees, entdeckt hatte. Im Mai d. J. kam er in die Stadt des Cazembe, durchreiste dann dessen Gebiet nach S. und entdeckte am I8. Juli den ebenfalls im Quellgebiet des LualabagelegenenBangweolo-See. Von dort sich nach N. wendend, gelangte er nach Udschidschi am Tanganjika-See, wo er mehrere Monate (bis Juli 1809) verweilte, und erforschte dann in den nächsten Jahren das Manyuemaland westlich davon, von wo er 23. Oktober 1871 nach Udschidschi zurückkehrte. Seine Gesundheit hatte in der letzten Zeit sehr gelitten, und er befand sich eben in Udschidsehi in grosser Bedrängnis, als, wenige Tage nach seiner eignen Ankunft, der von J.@. Bennett in Newyork eigens NossiVaları) Mainteranu Madschamy, ; Madagaskar, end Loa, ein Zufluss des Lufu, welcher, 5 m vom Norden kommend, in einem 10. | Spalte des Tafellandes bis zum Fusse hr # mit der L. verbindet, durch eine bsen #4 schmale Felsenschlucht sich der Basis den # der untern Abhänge des Burgberges ene A entlang windet und sich der Insel an ergiesst (Stanley). ach # ‚Stadt an der Westküste (Angola), 9, u wird von etwa 2500 Weissen und dr 12000 Negern bewohnt und liest in nt einem Halbkreis um den Hafen, und ihre wird da, wo dieser das Meer berührt, u we von je einem Fort begrenzt. Sie de zerfällt in einen oberen und unteren itete Stadtteil, welche zusammen mit ihren echt WE weissgetünchten Steinhäusern, Ziegel00, dächern, Kirchtürmen und Forts dem vom Ankommenden einen wohlthuenden nere grossartigen Eindruck machen. gen Auf der Höhe liegen fast nur Reige ME gierungsgebäude, vor allen die Paerste A läste des Gouverneurs und des Binter DE schofs, eine alte eingestürzte Jesuitenden # E kirche, mehrere andere Kirchen und der #P° das Hospital. Unmittelbar vor dem der IE Hafen hat sich die kaufmännische ham BE Bevölkerung angesiedelt, und am lala MT Ostende breitet sich die Negerstadt hila- BE mit ihren viereckigen, Kampinenanga gedeckten Lehmhütten aus. Während ng WM der Fuss fast bis zum Knöchel in des #E den glühenden Sand der kleineren otti- sen gepflastert, breit angelegt und ,859- von beiden Seiten mit prächtig rot ivil- blühenden Akazien, indischen Pfeffer879 bäumen, Tamarinden und Kokospalvom men besäumt. Die meisten Häuser nde sitzt W. > Wand- und Deckenmalerei reich ver- : ziert. Die Fenster haben grossenteils die Scheiben eingebüsst, und da man sie in dem milden Klima nicht notwendig braucht, denkt niemand daran, die unschönen Lücken durch neues Material zu ersetzen, noch viel weniger aber die verhandenen zu reinigen. Sauberkeit ist überhaupt, wenn man vielleicht die wenigen Häuser, in denen Europäerinnen das Regiment, führen, ausnimmt, ein unbekannter Begriff in Loanda. Dies kann auch der von sich und seiner Nation noch So sehr eingenommene Portugiese nicht leugnen, wenn er während der Ebbe am Strande entlang geht und die fürchterlichen Dünste, welche den sämtlich dort abgeladenen Abfillen aller Haushaltungen entsteigen, einzuatmen gezwungen ist. Ebensowenig . kann er sich dann auch darüber wundern, dass der Gesundheitszustand der Stadt viel zu wünschen übrig lässt. "Trinkwasser wird in schlechter Beschaffenheit und geringer Menge aus alten tiefen Brunnen geholt, die, nach den in ihrer Nühe befindlichen Klosterruinen zu urteilen, unter enormen Schwierigkeiten von Mönchen angelegt wurden. Da dasselbe fir die Stadt aber nicht ausreicht, so wird von besonderen Schiffen noch vom Bengo oder vom Quanza Trinkwasser in grossen Fässern herangeschafft. Im allgemeinen erhält man in der Stadt den Eindruck eines nicht aufzuhaltenden Verfalls, überall ist etwas europäische Tünche, aber sie ist dünn und blättert bald los, um ein baufälliges Gebäude durchblicken zu lassen (Falkenstein). Loango, altes Negerreich im nördlichen Teile von’ Nieder-Guinea, etwa zwischen dem Äquator und dem Mündungsgebiete des Kongo. Im Bereiche des letztern ist die Küste flach und sumpfig, sonst meist hoch und felsig. Das Land ist zu einem grossen Teile bewaldet. Es finden sich der Dumbaum, die Kongopalme, zur Auffindung des seit 1569 verschollenen Reisenden ausgesandte H. Stanley daselbst eintraf und L. aus der Not befreite (vgl. dessen Bericht: „How I found L.“, 1872). Mit Stanley zusammen erforschte L. im Dezember 1871 das Nordende des Tanganjika-Sees und begleitete jenen nach O. bis Unianiembe, wo L. sechs Monate (bis Ende August 1872) auf neue Mittel zu einer weiteren Reise (nach dem Bangweolo-See), die ihm von Sansibar zugingen, warten musste. Auf dieser letzten Reise ging L. am Ostufer des Tanganjika hinab, dann um dessen Südende herum in das Land des Cazembe und umwanderte die östliche Hälfte des Bangweolo, stets nach den Nilquellen suchend, deren Existenz er dort vermutete. Am 1. Mai 1873 erlag dieser erfolgreichste und ausdauerndste aller Afrikareisenden der Dysenterie in Dala am Südufer des Bangweolo-Sees. Livingstone’s Leiche wurde von seinen treuen Dienern unter grossen Gefahren und Mühseligkeiten bis an die Ostküste getragen und von hier aus nach England eingeschifft, wo sie 18. April 1574 in der Westminsterabtei zu London beigesetzt wurde. Die gleichfalls geretteten Tagebücher und Karten von seinen letzten achtjährigen Reisen wurden von H. Waller unter dem Titel: „The last journals of David L. in Central-Afrika from 1865 to his death“. (1874, 2 Bde.; deutsch 1875) herausgegeben. Er selbst hatte veröffentlicht: „Missionary travels and researches in South Afrika “ (1857, 2 Bde.; neue Aufl. 1875; deutsch 1879, 2 Bde.); „Narrative of an expedition to theZambesi and its tributaries etc.“ (1865; deutsch 1865 — 66, 2 Bde.). Eine kürzere Bearbeitung von Livingstones Reisen ist R. Andree’s „L., der Missionär“ (3. Aufl. 1869, 2 Bde.). Eine Übersicht aller seiner Reisen während 1540 — 695. „Petermanns Mitt.* 1370, 8.192. und Karte @ und 10, und während 1866 — 73 s. „Petermanns Mitt.* 1875, (Embacher.)