Maniok, eine in allen 'Tropenländern gedeihende Pflanze, deren georginenähnliche Wurzelknollen in der verschiedensten Zubereitung vom 9. Monat der Entwickelung ab ein vorzügliches Nahrungsmittel bieten, während auch die jungen Blätter, zerrieben mit Palmöl und Pfeffer gekocht, ein geniessbares Gemüse abgeben. Einige Arten gelten für giftig, doch ist die Gefahr kaum zu fürchten, da die Eingeborenen genau darüber Bescheid wissen. Dagegen sind einige. Arten bitterlich, andere zart und süss, welche Eigenschaften je nach dem Boden, in dem sie gedeihen, und nach dem Alter, das sie erreichen, zu- und abnehmen. Man kann den Maniok auch roh essen, in welchem Falle man den holzigen Mittelteil fortwerfen muss, doch ist er roh am schwersten verdaulich. Zubereitet wird er einmal, indem man die Knolle tagelang ins Wasser legt und dann in siedenden Dämpfen kocht, oder indem man frisch zerriebenen Maniok in gleicher Weise dämpft. Zweitens kann die Knolle zerrieben und der Brei erst an der Sonne und dann in grossen Schalen am Feuer getrocknet werden. Das so entstandene gröbliche Mehl wird zur Bereitung eines „Tapioka“ genannten Breies benutzt. Ausser zur Nahrung könnte der Mehlbrei auch zu . erweichenden Umschlägen verwendet werden, oder es könnte eine dünnschleimige Abkochung, ähnlich wie unser Haferschleim, als Getränk dienen. Für Europäer empfiehlt sich nur der Genuss des Mehls, da jede andere Form schwer verdaulich ist und den Magen verdirbt. (S. Falkenstein, Ratgeber für Reisende, Berlin, Enslin 1882).