Makua, grosser nigritischer Stamm südlich und südöstlich vom Rovuma, zwischen diesem, dem Njassa und Sambesi; ein grosser stämmiger Menschenschlag mit breiten Zügen. Ihr Abzeichen bildet ein auf der Stirn tättowierter Halbmond. Ihre Kinder laufen bis zum 7. oder 8 Jahre nackend umher. Die Männer tragen nach Elton meist nur ein Lendentuch von Merikani, d. i. weissem, oder von Kaniki, d. i. blauem Kattun, prahlen aber auch wohl mit einem zerlumpten Kanzu. Die Weiber schlagen ein von den Achselgruben bis zu den Knieen reichendes Stück Kaniki um den Leib, sehmücken sich mit Ohrringen, Armbändern u. s. w. Die Waften sind Speere, schwere auch zugleich zum Klären des Dickichts dienende Messer und Musketen. »ie wohnen in viereckigen, mit Makuti oder den Wedeln der Kokospalme bedeckten, aus Pfählen konstruierten, mit einer Art Veranda versehenen Tembes. Jedes derselben wird von einem kleinen-Garten umgeben. Man kultiviert hier Sorghum, Mais, Mohogo oder Maniok. Diese Gewächse und Wurzeln bilden nebst Fischen die Hauptnahrung. Man kocht sie in selbstverfertisten Töpfen auf einer, von drei Steinen gebildeten, den Herd darstellenden Unterlage. Es giebt übrigens unter den Makuas geschickte Jäger. Elefanten, Antilopen u. s. w. werden von ihnen mit dem Feuerrohr erlest. Das Flusspferd wird hier wie in einem grossen Teil der Südhälfte Afrika's mit der von Major Gamitto und von Livingstone abgebildeten Fallharpune getötet, an deren Laufsel das plumpe Vieh bei seinen nächtlichenUmgängenanstösst. O’Neill teilt die Makua in die Unter-Makusa, die Lomwe, oder Ober-Makua, die Mana und Medo ein.