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ErdkundeAfrika Hand-Lexikon 1885

Mauritius (das „Isle de France“ der Franzosen), britische Insel aus der Gruppe der Maskarenen, 32 QM. gross und wegen Korallenriffen wenig zugänglich; hat in der Mitte ein Hochplateau (1400 Fuss) mit steilem Gipfel (Piteo Boot, 3000 Fuss) und den sumpfigen Quellen der meisten Flüsse der 'Insel. Das Klima von Mauritius ist freundlich und der Boden bringt viele und seltene Pflanzen hervor. Die Produkte von 'M. sind Jetzt nicht mehr so ausschliesslich Zucker und Rum, wie es noch vor kurzem der Fali war. Zwar fallen von dem Werte der Ausfuhr, derinden letzten Jahren durchschnittlich 31/, Mill. Pfad. St. betrug, immer noch 3 Mill., auf den Zucker, aber in steigender Menge wurden daneben Vanille, jährlich für 30000 Pfd. St., und die Fibern der Aloeblätter jährlich für 15 600 Pfd. ausgeführt. Von dem Zucker geht verhältnismässig wenig nach Europa, besonders nicht die feinsten Sorten, sondern die eigentlichen Märkte dafür _ sindBombay und die austral. Kolonieen. Seine Jahresproduktion beläuft sich im Durchschnitt der letzten Jahre auf etwa 115000 Tons. Die Plantagenarbeit besorgen meist Indier, die auch den Hauptbestandteil der Bevölkerung ausmachen. Der Zensus vom April 1881 wies 248 993 Indier neben 110881 anderen Personen nach, und zwar 151352 männl. und 97 641 weibl. Indier. Chinesen zählte man 3958; französische Bewohner wies der Zensus 2370 nach. Die Insel ist seit 1510 in britischem Besitz; aber französisch ist noch heute, wenn auch das Englische natürlich viel gesprochen wird, die vorherrschende Sprache 'ım alltäglichen Leben. Die unteren Schichten sprechen gewöhnlich einen Dialekt, von .dem: das Französische die Grundlage ist, der rasch von den Indiern erlernt wird und das fast ausschliessliche Mittel der Verständigung zwischen niederen und oberen Mauritius wurde 1595 von den Portugiesen entdeckt und „Gerne“ oder „Acerno“ genannt. Rs’ wurde 1598 von den Hofladen erobert, die ihm seinen jetzigen Namen gaben. Im Jahre 1721 besetzten es dien Franzosen und. nannten es „Islede France“. 1810 eroberten es die Engländer und behaupteten es im Frieden von Paris 1814. 1818 büsste die Insel durch einen Sturm fast alle Anpflanzungen ein.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 2, S. 915Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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