Miani, Giovanni, ein Venetianer, lebte lange Zeit in Chartum und bereiste von dort aus das Nil-Gebiet. Nachdem sich eine von ihm angeregte französische Expedition zur Erforschung der oberen Nilländer in-Chartum wieder anfgelöst hatte, zog er 1859—60 mit dem Sklavenhändler Debono von Chartum stromauf bis über Gondokoro hinaus und bis in die Nähe der Mündung des. Asua, eines rechten Nebenflusses des Weissen Nils. Von Gondokoro machte er auch einen Abstecher nach S®., gab dann, nach Kairo zurückgekehrt, seine Reisebeschreibung heraus und erhielt die Unterstützung des Vizekönigs für eine neue Reise zugesagt. Auch in Österreich interessierte man sich für sein Unternehmen, dochzogmansich dabald wieder zurück, weil manche in ihm nicht die geeignete Persönlichkeit dafür sahen. 1864 machte M,. mit Schweinfurth einen Ausflug nach der Landenge von Suez, und erst 1871 hatte er die Mittel zu einer grossen Reise nach ‘den Äquatorialgegenden aufgebracht. Er zog. wieder von Chartum den Nil hinauf und drang mit unermüdlicher Ausdauer bis in das Land der auch von Schweinfurth besuchten Monbuttu vor, erkundete während seines Aufenthaltes zu Bakangoi am Uelle einen grossen in südwestl. Richtung befindlichen Strom Birma-Makongo — hier aber erlag er 1872 infolge .der grossen Anstrengungen einer Krankheit. Seine Papiere braehten Leute des Elfenbeinhändlers Ghattas nach Nubien sowie auch zwei Knaben von dem Zwergvolk der Akka-Akka, die nach Italien geschickt und dort erzogen wurden. Eine Frau des Stammes war unterwegsgestorben. Ausser verschiedenen Reiseskizzen in italienischen Zeitschriften erschienen von M.: „Spedizioni alle le origine del Nile ete. 1859--60* (1865); „Il viaggio al Monbuttu® (1875, aus seinem Nachlass).