N’gami, Süsswassersee in Südafrika, etwa unter 209 23° bis 200 40° südl. Br. u. zwischen 40% 11' u. 400 46° östl. L. v. Ferro; liegt an der Nordgrenze der Wüste Kalahari in einer Höhe von 3713 engl. Fuss, hat einen Flächengehalt von 14 QM., ist zum grossen Teile von sehr geringer Tiefe und empfängt von Norden her den Tinga als Zufluss, ohne einen Abfluss zu haben. Das nördliche Ufer ist sandig und niedrig, das südliche mit dichtem Gebüsch von Schilf und Binsen bedeckt. Zur Zeit des höchsten Wasserstandes, Juni bis August, ist das Wasser des Sees ganz süss, den übrigen Teil des Jahres hindurch hat es dagegen einen salzigen Bei geschmack und ist so flach, dass die Kähne mit Stangen geschoben werden. Schon seit langer Zeit existierten Nachrichten von Eingeborenen über den Ngami-See; gleichwohl versuchte es 1534 eine Expedition unter Smith vergeblich, ihn aufzusuchen; zuerst 1549 wurde er von Livingstone, Oswell und Murray erreicht, dann 1852 von Campbell und 1853 von dem Schweden Andersson, welcher ihn am genauesten untersuchte. Fritsch, „Südafrika“ (8. 25) sagt über den N. das Folgende; Dieser See wiederholt in etwas schwächlichem Massstabe die eigentümliche Bildung des Tschad-Sees Nordafrikas, d. h. er stellt eine flache, beckenartige Bodenvertiefung dar, durch mannigfache Zuflüsse mit Wasser gespeist aber ohne regulären Abfluss. Es ergiebt sich dadurch von selbst, dass bei schwankender Zuflussmenge auch die Ausdeknung und allgemeine Gestaltung des Seebeckens grossem Wechsel unterliegen muss, welcher kürzere und längere Perioden durchlaufen wird. Eigentümlicherweiselässt sich beim Ngami-See sogar eine tägliche Periode beobachten, so dass die Eingeborenen behaupten, die Wässer des Sees zögen Sich zurück, „um zu fressen“. Andersson, dessen Forschungen wir noch immer die meisten Daten über den See verdanken, ist geneigt, die Erscheinung auf die Mondattraktion zurückzuführen, dagegen dürften die. regelmässigen Winde, wie beispielsweise der der Sonne folgende Abendwind, auf die ausgedehnten Wassermassen von geringer Tiefe einen stauenden Einfluss ausüben, auch wenn sie anscheinend nur schwach wehen. In der jährlichen Periode beginnt unter dem erhöhten Zufluss von Regenwasser das Anschwellen im März oder April und dauert bis in den September hinein, worauf die Gewässer wieder allmählich zu ihrem niedrigen Stande zurückkehren. Während des Hochwassers zieht der See ausgedehnte Gebiete der auf drei Seiten flachen Ufer in sein Bereich (denn nur nach Westen zu zeigt der Uferrand eine mässige Erhebung) und gestaltet zu Seeboden was in der trockenen Zeit lose Sanddrift oder Marschen darstellt. Auf den Karten findetsich nach Osten zu auch ein starker Abfluss des Sees, der Zouga, welcher aber in der That den Namen eines solchen nicht verdient, weil er kaum merklich fliesst und mit einem der Zuflüsse, dem Tioge, durch einen Seitenarm so versind demnach die Angaben auch ausserordentlich verschieden, indem beispielsweise Livingstone seinen Umfang auf etwa 19 geographische Meilen angiebt, Andersson auf 60—70; die Wahrheit dürfte hier wie so häufig, in der Mitte liegen. Nga Mkuma, die einheimische Benennung des Stanley-Pools.