FeedNgaruka
TierreichAfrika Hand-Lexikon 1885

Ngaruka, Ebene im Massai-Lande, in der Gegend des Vulkans Dönjo-Noai (s. Ngai), von welchem Dr. Fischer („Massai Land‘ 1885) die folgende Schilderung giebt: Ein rings von Bersen und Hügelzügen eingeschlossener sehr trockner Landstrich, durch den nur ein kleiner von dem Gebirgszuge bei Mutieki herkommender Bach floss, II) der sich angeblich im Sande verlaufen oder einen kleinen Teich bilden soll. Die Ufer waren mit schönen Akazien-Bäumen eingefasst und das schöne wohlschmeckende Wasser (das erste seit Ngurumän) wäre eine rechte Labung für uns gewesen, wenn nicht die Massai bei Annäherung der Karawane absichtlich ihre Rinder oberhalb des Lagerplatzes hineingetrieben hätten. „Die Ebene von Ngaruka wird im Westen von dem oft erwähnten Gebirgszuge begrenzt, im Norden von dem Dönjo Noai- Gebiete, im Osten von dem Kitumbin- -Berge und einem sich daranschliessenden, nach Kisongo ziehenden Hügelland, im Süden und Südosten durch die Berge Simangör, Loborgö und Ethi, welche das zu einer Höhe von 1450 m sich erhebende, die ebengenannten 3 Berge verbindende Bergland noch um ein Beträchtliches überragen. Diese rings eingeschlossene Ebene ist erklärlicher Weise ein sehr heisser Landstrich. Besonders zu Endeder trocknen Jahreszeit, wenn Windstillen häufig sind, wehen hier mitunter heflige Wirbelstürme, welche von den nahe gelegenen kälteren Regionen des Kilima-Ndjaro in die stark erhitzte Luft dieser Ebene dringen und zuweilen den Karawanen gefährlich werden sollen. Auch zu dieser Zeit bemerkte ich bei dem Marsche durch die Ebene zahlreiche in der Nähe der Gebirge sich bewegende Sandhosen. Der mit verkrüppelten Mimosen bewachsene Boden zeigte graugelben Lehm, an einer Stelle tauchten plötzlich eigentümliche Steinmassen auf, die zum Teil wie alte morsche Baumstämme, zum Teil wie eingefallenes Mauerwerk alter Burgen aussehend aus der Ebene bis zu 10 Fuss Höhe hervorragten (vgl. den Artikel Nguruman).

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 3, S. 984Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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