FeedPfahlbauten
VerkehrAfrika Hand-Lexikon 1885

Pfahlbauten trifft man in Afrika im Morja-See in Urua. Cameron sah dort 3 auf Pfählen stehende Dörfer, sowie vereinzelte Hütten von gleicher Bauart. Ebensolche Hütten traf der Reisende im Kassali-See (Kikondscha-See) aufschwimmenden Inseln, welche durch grosse Ausschnitte aus den an den Ufern sich hinziehenden Tingi- ‚tingi-Massen (s. d.), welche man erst mit Baumstämmen und Reisig belegt und dann mit Pflanzenerde überdeckt hatte, gebildet waren. Man kann diese Inseln eigentlich nicht schwimmend nennen, denn sie ruhen meist auf Pfählen, die in den Grund des Seees festgerammt sind. Sobald die Bewohner den Platz wechseln wollen, werden die Pfähle herausgenommen und an einer andern Stelle in den Grund gerammt, worauf man die Insel an Seilen dorthin zieht.

Afrika Hand-Lexikon. Ein Nachschlagebuch für JedermannVon Paul Heichen, Leipzig: Gressner & Schramm 1885 · Bd. 3, S. 1055Scan: Staats- und Universitätsbibliothek Bremen · gemeinfrei

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