Biber-Bau, Mit was für besonderm Fleiß die Biber ihre Wohnung auf dem Wasser, manchmal 2 bis 3 Stockwercke hoch bauen, darüber muß man sich höchlich wundern. Denn sie beissen und hauen die Bäume, absonderlich die Pappel-Bäume, Aspen, Weiden und ander weich Holtz, oberhalb den Wurtzeln dergestalt ab, als wenn sie abgeschnitten wären, und zerstücken sie denn vollends mit ihren grossen und scharfen Zähnen. Sie können mit den Füssen die Erde oder den Leimen, so gut als ein Kleiber oder Leimen-Arbeiter zurichten; wobey ihnen der Schwantz sowol stat eines Fasses, den Leimen damit zu tragen, als stat einer Pritsche und Kelle, zum Leimen-Schlagen und solchen anzuwerfen, dienet. Wenn sie auf einer Wiese sind, durch welche ein Bach läufft, werfen sie Dämme auf, hemmen das Wasser, und zwar machen sie die Dämme von Bäumen, welche sie nach dem Winde ins Wasser fällen, und im Schwimmen fortschleppen, qver über den Bach legen, zusammen schrencken, und mit Erde ausfüttern, und das öffters 4 bis 500 Schritte lang, 20 Schuh hoch und 7 bis 8 Fuß dick, woran aufs höchste in 5 oder 6 Monaten ihrer 100 arbeiten. Jhre Hütten aber bauen sie auf 6 Pfälen, mitten in ihren gebaueten Teichen, wie einen Back-Ofen von leimichter Erde, Gras und Aesten, mehrentheils 3 Stockwercke hoch, damit sie, wenn das Wasser wächset, höher kommen können. Den Boden iedes Stockwercks belegen sie mit Schilf, und hat ein ieder seine besondere Zelle zur Wohnung. Jn dem untersten Stockwerck ist ein Loch, da sie hinein und heraus können.