Pogge, Paul Dr, ein um die Erforschung Zentralafrikas hochverdienten Forscher, der Gründer der deutschen Station bei Mukenge, geb. 24. Dez. 1838 zu Ziersdorf (Mecklenburg-Schwerin), studierte zu Berlin und Heidelberg, widmete sich dann der Landwirthschaft, bereiste die Natalkolonie (1864) und die Inseln Mauritius und Bourbon. 1874 schloss er sich, aus Liebhaberei und Jagdlust, der Cassange-Expedition unter Homeyer an, drang 1875 mit diesem und Hermann Soyaux von Angola aus zuerst den Quanza hinauf bis Pungo Andongo, dann, nach Umkehr jener beiden, mit Leutnant Lux weiter über Malange nach der Karawanenstation Kimbunda, hierauf 1876 allein nach Nordosten ins Lunda-Reich und gelangte glücklich bis Mussumba, der Residenz der Muata Jamvo. 1880 unternahm er eine neue Afrika-Reise, zu dem Zwecke, im Lunda-Reiche eine ständige Station zu errichten. Er gelangte mit Leutnant Wissmann, seinem Begleiter, glücklich zum Mukange, dessen Gebiet als ein günstigerer Boden zum Ausgangspunkt neuer Unternehmungen erkannt wurde. Glücklich geleitete er seinen Gefährten bis Nyangwe, und hier, wo die Hauptschwievigkeiten für die Durchquerung des Kontinentes geschwunden waren, überliess er in hochherziger Weise seinem jüngern Genossen den Triumph, die Reise bis Sansibar fortzusetzen und als erster Erforscher der südlichen Kongozuflässe nach Europa zurückzukehren, während er selbst wieder zum Mukenge zurück gin und die geplante Station vollständig einrichtete. Trotz des Mangels an Mitteln bewerkstelligte er seine Reise zurück auf dem schon von Schütt und Buchner benutzten direkten Wege, Kaum hatte er, nach kaum 31/, jähiger Abwesenheit, die Küste erreicht, als er, im Begriffe stehend, in die Heimat sich einzuschiffen, in Loando nach nur 24 stündigem Krankenleger 16. März 1884 einer Lungenentzündung erlag.