Porto Seguro, der grösste Küstenplatz im Togo-Gebiet, etwa 1200 Einwohner zählend, aber nicht in direktem Handelsverkehr mit Europa stehend. Faktoreien wie in lome, Bagida, Klein- und Gross-Povo giebt es in Porto-Seguro nicht; die französische Firma Cypr. Fabre & Ko. und der in Klein-Povo wohnende Komissionsagent von Regis aine & Ko. unterhalten dort bloss je einen farbigen Händler, und ausserdem macht noch ein Neger aus Sierra Leone unter der Firma Hooper Brothers in Porto Seguro Geschäfte. Der Ort ist einer der unsaubersten des ganzen Landes. Zwischen den aus grauem Schlamm und Binsen hergestellten, teils runden, teils viereckigen Hütten,“ schreibt Hugo Zöller, „lagern ganze Berge von übelriechendem, mineralischem und vegetabilischem Abfall. Die Zahl der halbwegs in europäischem Stil gehaltenen, aber teilweise verfallenen Häuser beschränkt sich auf 2 oder 3 ehemalige Faktoreien. Die Stadt, wenn man, dem Landesbrauche folgend, diesen Ort so nennen darf, besass ehedem, als noch das Sklavengeschäft blühte, eine gewisse Bedeutung, seit aber König Mlapa von Togo den Grund und 185 Boden, auf welchem der Ort steht, lan einem ehemaligen Ruderknecht, der E Nie sich jetzt König Mensa ‘nennt, zum Kane Geschenk gemacht hat, ist das wenige, pfal was ausser dem Sklavengeschäfte hier Ver an Handel existierte, unter den Bedrückungen dieses Zn Tyrannen E 500 zu Grande gegangen.* Bei der Er- östli klärung des. deutschen Protektorats Palv über Togo kam es auch zu einem p kleinen Konflikt mit diesem „König“ von Porto Seguro. Nachdem am 5. Juli 1885 in Bagida von den bar Togo-Häuptlingen der Vertrag unter- pP zeichnet worden, welcher ds ganze ie Togo-Gebiet unter deutschen Schutz biek gestellt, weigerte sich „König“ Mensa, Sust; denselben als auch für ihn ie Role lich anzuerkennen, und behauptete, SR dass er die volle Souveränetät über Be Porto Seguro besitze. Da aber die hat Haltlosigkeit seiner Behauptungen E seh zweifellos war, verhinderte sein Pro- gehö test nicht, dass am 16. Juli die Kap deutsche Flagge auch bei Bgun Koffi, or westlich von Porto Seguro aufgezogen und am 29. Juli bei Azabo yird und Aguewe Grenzpfähle errichtet 30( wurden. Als dann am 5. September Südr die „Leipzig“ vor Klein-Povo vor der Anker ging, wurde über die Vor- Bola gänge in Porto Seguro Bericht er P’'yon stattet, und da „König® Mensa nicht 430 der „Leipzig* wahrheitsgemäss zu P° Afrik gestehen, dass sein Land zu Togo FÜ teına gehöre, wurde noch an demselben 1885 Tage unter den Klängen der Schifls- 7 das e musikkapelle in Porto Seguro ds Pi om hi schwarz - weiss -rote Banner aufge- I jensei zogen. Das deutsche Protektorat über #7 lange Porto Seguro ist, obwohl dort nur Fr Tschi Interessen französischer Firmen zu | besitz vertreten sind, durch den zwischen FF fruch Deutschland und Frankreich inbezug P° Ilho auf West-Afrika und die Südsee- P lassın Inseln vereinbarten Vertrag seitens F mancg Frankreichs anerkannt worden. Portu 1859 gegründet, am Eingange in den Suez-Kanal, auf der flachen Niederung des Monzalehseees, mit sandigen Strassen und teilweis auf | Pfählen erbauten Häusern; Sitz der Verwaltungsbehörden des Suez-Kanals, mit einem 54 m hohen Leuchtturm, 5000— 8000 Einwohner. — 28 km östlich von P. stehen die Ruinen von Palusium. f gutem Hafen und französischer Faktorei im Lande Baol der afrikanischen Landschaft Senegambien. > tugal ist nach der Grösse des Ge- © bietes, über das es Hoheitsrechte ausübt oder beansprucht, die zweite Kolonialmacht Afrika’s, aber in einem sehr grossen Teil seiner Besitzungen ist seine Macht gleich Null und es hat dort auch nie einen Einfluss ausgeübt. An der Ostküste Afrika’s gehört Portugal die ganze Küste vom Kap Delgado bis zur Bucht von - Loreneo-Marques, ein Gebiet, welches auf 3600—4000 Q.-Meilen geschätzt ; wird und eine Bevölkerung von etwa 820000 Seelen haben soll. An der Südwestküste liegt die bedeutendste der Portugiesischen Kolonieen, Angola, mit einem angeblichen Areal ‚von 85000 Q.-Meilen und etwa 430000 Einwohnern, Dazu erwarb 7 Portugal durch den während der Afrikanischen Konferenz mit der Internationalen Association am 14. Febr. F 1885 geschlossenen Vertrag noch das ganze Gebiet im Norden Angola’s am linken Kongoufer bis Noki, und jenseits des Kongo die etwa 50 km lange Küste von der Mündung des Tschiloango bis Yuva. Ausserdem besitzt Portugal die Kapverden, die fruchtbaren Inseln $8. Thome und Iho do Principe, verschiedene Niederlassungen am Rio Grande und Casamanga, welche unter dem Namen Portugiesisch - Guinea zusammengefasst werden (angeblich 1687 Q.-Min.) undzählt auch die Bissagos zu seinem Besitz, obwohl es ausser einem Fort auf einer der Inseln keinen Fussbreit Landes dort besitzt und nicht den geringsten Einfluss auf die Eingeborenen zu erlangen vermochte. Vor kurzem hat Portugal auch das Protektorat über Dahomey erlangt, an dessen Küste es bisher nur das halbverfallene „Fort“ Ajuda besass. Am 10. September 1885 wurde zwischen Miguel da Borja, Gouverneur der portugiesischen Ultramar - Provinz „Sao Thome und Principe“ im Namen des Königs von Portugal und dem Prinzen Conhondu, mutmasslichem 'Thronerben von Dahomey, ein Vertrag geschlossen, dessen wesentlichste Bestimmungen folgende waren: