Dammarharz, Katenaugenharz oder Ostindischer Ko val (Resina Dammara), im Malaiischen ndel in Hroßer (Steinharz) genannt, ist ein im Handel in großer Menge vorkommendes weißes, seltener mehr oder minder gelbes, leichtes, sprödes und leicht zerreibliches Harz, welches in Terpentinöl und andern ätherischen und fetten Glen sich auflöst, in kaltem Alkohol und Ather aber nur teilweise löslich ist. Es kommt gewöhnlich in klumpenförmigen Stücken oder in Tropfen von 1—4 em Durchmesser oder in stalaktitischen Massen vor. Es härter als Kolophonium, weicher aber als Kopal. Sein spezifisches Gewicht — 1,4 bis 1,6 (nach Brandes 1,097 bis 1,123). Bei 75 erweicht es, bei 100 schmilzt es dickflüssig und wird bei 150 dünnflüssig. Auf glühende Kohlen gestreut, verbreitet es einen Geruch nach Fichtenharz und Mastix. Das D. kommt von der auf den hohen Gebirgen der molukkischen Inseln einheimischen molukkischen Dammarfichte Dammara orientalis Lamb.). Das zuerst ausfließende Harz ist weich, durchsichtig, erhärtet nach wenigen Tagen und ist dann weiß, glasig durchsichtig. Oft wird es in so großer Menge ausgeschieden, daß es in handbreiten und fußlangen Massen gleichsam wie Eiszapfen vom Baume herabhängt. Das später im Jahre ausfließende Harz ist gelb, bernsteinfarbig und minder geschätzt. Auch durch Einschnitte, besonders in die Knoten des Stammes, gewinnt man ein teils weißes, teils dunkler gefärbtes Harz in großen Stücken. Solange das D. weich, besitzt es einen starken Geruch, der sich aber bald verliert. über die chem. Zusammensetzung des D. liegen zahlreiche Untersuchungen vor, aus denen hervorgeht, daß das D. seiner Hauptmasse nach zu den Terebenen gehört; der in Alkohol unlösliche Teil, Dammaryl, entspricht der diesen zukommenden Zusciedene Har⸗ C10 Hie. Außerdem sind noch verchiedene Harzsäuren daraus abgeschieden, eine Dammarhlsäure und Dammarin, über welche jedoch nur weniges bekannt ist. In Asien wird das D. in ökonomischer und technolog. Hinsicht wie andere Harze benutzt. In Europa verwendet man es vielfach zu Lacken, welche schnell trocknen, sehr stark glänzen und wegen ihrer Farblosigkeit die zu überziehenden Farben in ihrer Schönheit nicht beeinträchtigen, aber leicht wieder klebrig werden und nicht sei sind, weshalb dieses Harz den Kopal und Bernstein nicht ersetzen kann. Man verwendet es auch als Chloroformlösung zur Einschließung mikroskopischer Präparate. Die australische Dammarfichte (D. australis L.) liefert ein dem Elemi-Hue ähnliches Harz, das von den Eingeborenen ustraliens Vare, von den Engländern gewöhnlich Cowdeegum oder Kauri-Resin genannt wird. Die Eingeborenen verbrennen dasselbe und sammeln den Ruß davon, um aus demselben die Farbe zu bereiten, welche sie beim Tätowieren brauchen. Dieses wird gegenwärtig jedoch meist zu den Kopalen (s. d.) gerechnet. Das schwarze Dammarharz (D. nigra) wird auf den Molukken aus dem Stamme der spitzblätterigen Marignie (Marignia acutifolia DC., eines zur Familie der Burseraceen gehörigen Baums, gewonnen. Es ist ein halbflüssiges, weiches, starkriechendes, später schwarz werdendes und austrocknendes Harz, welches dort wie Pech verwendet und aus dem auch eine Art Terpentinöl Inantenwird. Vgl. Wiesner, «Die Rohstoffe des Pflanzenreichss (Lpz. 1873).