
Potou, Küstenplatz in dem ehe- # mals selbständigen, jetzt Frankreichs Oberhoheit anerkennenden senegamd #° bischen Königreich Cayor; seit 1860 rE mit französ. Fort. ı $ Potschefstroom (ehemals Vrij1 E burg), Hauptstadt vom Transvaalstaat, E am Mui und in der Nähe des Vaal- - 0 flusses, in einer weiten Grasebene - E im Südteile der Republik (2000 Einis # wohner). Es wurde nach dem Anee führer Potgieter benannt. . E Pout, Ort im Süden des ehemals 8 selbständigen, jetzt Frankreichs Ober- - E hoheit anerkennenden senegambischen ae E Königreichs Cayor, wenig nordöstlich n P ° vom Kap Verde; seit 1860 mit franz. sc® Fort. ı E Povö, zwei Königreiche, östlich e E vom Togogebiet: 1) Gross-Pov6, im n # Westen an das Königreich Agwe, im r# politischen Verhältnisse, von Grosse # ° Povö sind ziemlich verwirrt. „Njamle 8 ist allerseits als König anerkannt, Ir $ hat ‘aber, weil er ein armer Mann dE ist, noch immer nicht die üblichen ı E was sein Ansehen ein wenig beeinr trächtigt. Hieraus sucht ein hinter- ) E listiger, einen grossen Reichtum an hs Sklaven besitzender Häuptling von g P° Abanage, namens John Doe, Vorteil hi zu ziehen, indem er gleichzeitig dem 5 Volke erzählt, dass ein neuer König dl für die von seinem Vorgänger ein- - segangenen Verpflichtungen nicht a tvn und walten, z. B. in Hevey den t # Häuptling Yaya. Die Zerfahrenheit - der Verhältnisse äussert sich am s# “ deutlichsten darin, dass die deutschen h _ aine an Quaku, Fahre & Ko. an } welche der Erklärung des deutschen sE Protektorats über Togo und Klein- -E Povo vorangingen, hat Gross-Povo eine wichtige Rolle gespielt (siehe Klein-Povo). Jetst ist Gross-Povo durch die zwischen Deutschland und Frankreich vereinbarte Abgrenzung der beiderseitigen afrikanischen Gebiete Frankreich zugefallen. Die Hauptstadt des kleinen Reiches, in welcher Njamle seinen Sitz hat, ist das 1500 Einwohner zählende Abanage, das an dem sog. Agomefluss liegt. „Die Fahrt von Abanage nach Gross-Povo,“ berichtet H. Zöller, entrollt eines der lieblichsten Landschaftsbilder, die ich bisher an dieser Küste gesehen. Nirgendwo sonst ist die Lagune soviel verzweigt, so inselreich wie gerade hier. Dazu kommen die zahlreichen Palmen, schlanke Kokospalmen sowohl wie die eleganteren und üppigeren Olpalmen, die hier so dieht stehen, dass man regelrechte Wälder vor sich hat; die schmalen und sehr tiefen Kanäle, die zwischen diesen palmenbestandenen Inseln hindurchführen, sind wahre Kabinettsstücke von landschaftlicher Schönheit und würden, wenn man ein Stück herausschneiden und in einen botanischen Garten Deutschlands versetzen könnte, dem kühnen Unternehmer zu einem fürstlichen Vermögen verhelfen.“ An dem 1500 Einwohner zählenden Dorf Musuka vorbei erreicht man den Ort Gross-Povo, welcher gleichfalls etwa 1500 Einwohner zählt. Derselbe ist sehr unsauber; „auch steht die Bevölkerung, ebenso wie diejenige des sich östlich an Gross-Povo anschliessenden Dorfes Belfa in dem Rufe, viel rober zu sein als diejenige von Klein-Povo; es sind die Flüchtlinge aus anderen Ortschaften, der Auswurf, was sich hier angesiedelt hat.“ . Zwei deutsche Firmen, Wölber & Brohm und Max Grumbach aus Hamburg, besitzen hier Faktoreien; ausserdem sind hier 2 französische Firmen vertreten, welche recht stattliche Faktoreien besitzen. In outen Jahren werden von Gross-Povo 160. 000 bis 170000 Gallonen Palmöl und etwa 3000 Tons Palmkerne verschifft und für 800 00) bis 900 000 Mark europäische Waaren eingeführt. In Gross-Povo überwiegt noch der Tauschhandel, aber Geld und Geldeswert ist nicht mehr unbekannt. 2) Klein-Povo. Der Name Klein-Popo, englisch Little-Popo, der dieser Landschaft immer noch häufig beigelegt wird, ist eine Verunstaltung des portugiesischen Wortes Povo, welches sowohl „Volk“ als „Stadt“ bedeutet, und Klein-Povo ist die einzig richtige Bezeichnung. Klein-Povo bildet einen Teil eines Königreiches, dessen Hauptstadt das auf dem Festlande gelegene Gredji ist, aber die Macht des in Gredji residierenden Häuptlings ist eine so 'geringe, dass die einzelnen Oberhäuptlinge oder Kabusiers in den grösseren Ortschaften des Povolandes sogut wie unabhängig sind. Es ist in Klein-Povo alter Brauch, dass nach dem Tode eines Königs ein Interregnum eintritt, welches ein Jahr dauert und während dessen der Stabträger des Verstorbenen in dessen Namen alle Funktionen eines Königs ausübt. Vor 3 Jahren war nun der König von Gredji gestorben, sein Stabträger, Folli Ajoada, hatte bis zum Juli 1884 die Regierung .geführt, und bei der dann stattgehabten Königswahl war er zum König erkoren worden. Dieses Ereignis würde wahrscheinlich keine grössere Bedeutung erlangt haben als alle früheren Königswahlen, wenn England nicht danach zu streben begann, sein Zollgebiet hierher auszudehnen. Von den benachbarten englischen Besitzungen aus wurden plötzlich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um auch in dem noch unabhängigen Gebiete den englischen Einfluss zum herrschenden zu machen, trotzdem dort nicht ein einziges englisches Haus ansässig war. „Von der englischen Kolonie Lagos kam nämlich ein in Europa erzogener und höchst intelligenter Schwarzer, ein Vetter des sogenannten Königs Lawson, herüber, um die Macht der übrigen Häuptlinge, mit denen die Deutschen Verträge abgeschlossen hatten, zu untergraben und den unter englischem Einfluss stehenden Lawson, der sich als Bedienter auf einem Schiffe ein klein wenig europäischen Schliff angeeignet hatte, emporzubringen. Bezeichnend ist es, dass dieser höchst geriebene Schwarze während der langen Dauer seines hiesigen Aufenthalts fortwährend sein sich auf 300 L. belaufendes Gehalt als Regierungs-Ingenieur weiterbezog. Etwa um dieselbe Zeit, als Lawson anfing, den übrigen Häuptlingen nicht nur die Zollgebühren, sondern auch die ihnen als Grundbesitzern zukommende, von den europäischen Kaufleuten gezahlte Bodenpacht streitig zu machen, um dieselbe Zeit, als er die Kaufleute zwingen wollte, ausschliesslich seine Leute als Arbeiter zu verwenden, lag sechs Wochen lang ein englisches Kanonenboot bei Klein-Povo vor Anker. Urplötzlich aber nahmen die Ereignisse eine ganz andere Wendung, denn in den ersten Tagen des Februar 1854 — der englische Gouverneur der Goldküstenkolonie befand sich gerade in Klein-Povo, reiste aber gleich darauf ab — erschien auf jene oben erwähnten Eingaben hin die deutsche Korvette Sophie zunächst in Lome und dann vor Klein-Povo. Nach dreitägiger Verhandlung unterzeichneten alle Häuptlinge ausser Lawson einen Vertrag, worin sie versprachen, die Kaufleute fortan nicht mehr über die bisher üblichen Auflagen hinaus bedrücken zu wollen. Die Sophie dampfte nach Gross-Povo ab, kaum aber war sie ausser Sicht, als Lawson Anstalten machte, gewaltsam die Verwendung von Bootsleuten, die e nieht zu seinen Anhängern gehörten, a 5 zu hindern. Daraufhin jagte ein Y Deutscher, Herr Bertheau, der Sophie e 4 pitän, nach Klein Povo zurückzu1 kehren. Am 3. Februar landete die ! und auf der Lagune nach Badji, wo n Lawson wohnt, vordringend den obenli erwähnten Ingenieur sowie einige Ze Geiseln als Unterpfand für ein zuh künftiges besseres Verhalten Lawsons h, gefangen nahmen“. Ferneres s. unter e Togo. s# Klein-Povo gehört jetzt nach dem R mit Frankreich getroffenen ÜbereintH$ kommen zum deutschen Schutzgebiet. N „Wie die Verhältnisse augenblicklich nf liegen, hat in Gredji und den nörd-Ü licheren Ortschaften Könige Folli BE (u. z. König des Reiches Povo) nenu Quadja und wieder in einem andern i ebenso alte Quadjovi das grösste An1 sehen.“ Das auf einem etwa 100 m 2 breiten ' Landstreifen, welcher die ee | Klein-Povo ist der bedeutendste Handurch Friedrich M. Vietor Söhne aus Bremen,. Wölber & Brohm und Max Grumbach (Hansafaktorei) aus Hamburg vertreten. Friedrich M. Vietor Söhne besitzen Zweigfaktoreien in Badji und Degbenu. Neben den deutschen Firmen sind in Klein-Povo noch Cypr. Fabre & Ko. und Regis aine & Ko., ferner von Sierra-Leone-Leuten S. B. Cole, Gladstone Cole und D. W. Munday vertreten. Von eingeborenen Händlern sind die be. deutendsten Crappy und Gomez, Albert Wilson, Manuel d’Almeida, Francesco d’Almeida, Joaquim d’Almeida und die Frauen Mensovi und Agbegbe. Die Vertretung der europäischen Firmen befindet sich zum Teil in den Händen von Eingeborenen, So ist der Vertreter von Regis aine & Ko. in Klein-Povo eines der angesehensten Mitglieder der d’Almeida-Familie, ein gewisser Aite. Die Zahl der Weissen ist auf keiner Faktorei gross, Friedrich M. Vietor Söhne sind durch 2, Wölber & Brohm durch 3, Max Grumbach durch 2, die Franzoseu durch 2 Weisse vertreten, Klein-Povo ist der bedeutendste Produktenplatz an der ganzen Küste, In guten Jahren werden 250.000 Gallonen Öl und 2500 Tons Palmkerne verschifft. Europäische Industrieerzeugnisse werden Jährlich mindestens für 120 000 — 140 000 Mark umgesetzt. : „Eine Bigentümlichkeit des Geschäfts von Klein-Povo besteht darin, dass die Kaufleute laut stillschweigender Übereinkunft mit den Handelsweibern (siehe Togo). bloss ganze Stücke Zeug verkaufen dürfen, während zu Bagida und Lome die Manufakturwaren auch in ganz kleinen Abschnitten verkauft werden.“ Der Handel ist hier nicht mehr ausschliesslich Tauschhandel, sondern es wird viel bares Geld ausgegeben und eingenommen. Eine wichtige Rolle spielt in Klein-Povo die Familie d’Almeida, welcher auch jener Lawson angehört, der Ansprüche auf die Königswürde erhebt. Trotz ihres Namens’ sind die Angehörigen dieser Familie nicht portugiesischen Ursprungs. Neger mit portugiesischen Namen trifft man überhaupt sehr häufig. Meistens haben ehemalige Verwalter oder gar Sklaven jetzt längst verschollener Portugiesen sich die Namen ihrer früheren Herren beigelegt. „Da nun,“ schreibt Zöller, „die vornehmeren Schwarzen desto mehr Frauen nehmen, je reicher sie sind (in Klein-Povo giebt es viele Männer mit eimigen Dutzend und einen mit über 80 Frauen), so pflanzt sich gerade der Name der Mächtigern in einer endlosen Kinderschar weiter fort. Solcher Kindersegen steigt bisweilen bis nahe an hundert. Ein zur Sippe der Kabusier-Familie gehöriger Neger namens d’Almeida hatte den löblichen Einfall, seinen zahlreichen Sprösslingen, soweit das. für hiesige Verhältnisse möglich ist, eine gute Erziehung geben zu lassen, wenigstens in dem Grade, dass alle, ohne die unangenehmen Seiten der »ierra-Leone-Neger anzunehmen, ganz vortrefflich lesen, schreiben, rechnen und auch sonst noch einiges dazu lernten. Die Folge war, dass die d’Almeida-Familie ihren Einfluss noch bedeutend verstärkte und gegenwärtig im eigentlichen Klein-Povo die hervorragendste Rolle unter den Schwarzen spielt. Dieser Familie oder Sippschaft gehören die beiden steinalten Kabusiers Pedro-Quadjo und Quadjovi an. Die Namen Quadjo und (Juadjovi sollen ursprünglich eine "Würde bedeutet haben, sind aber nach und nach ganz persönlich geworden. Ein Zweig der d’Almeida-Familie, welchem ebenfalls die Kabusier-Würde zukommt, wanderte vor einigen Jahrzehnten nach Sierra-Leone aus, nahm dort den Namen Lawson an und brachte durch die später wieder nach Klein-Povo zurückkehrenden Mitglieder der Familie i allerlei von den Engländern einge- j h impfte Ansprüche mit hierher. | b
